Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB)

Der CGB ist die Spitzenorganisation der christlichen Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Er versteht sich als Nachfolger des 1919 gegründeten, 1933 von den Nationalsozialisten aufgelösten (christlichen) Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Gründung des CGB am 27. Juni 1959 in Mainz bildete den Abschluss verschiedener Bemühungen um eine Wiedergründung christlicher Gewerkschaften nach 1945 (im Saarland bestanden diese schon seit 1947). Die CGB-Gründung richtete sich gegen die von der Einheitsgewerkschaft beanspruchte Allzuständigkeit, die Monopolstellung der DGB-Gewerkschaften und ihre Verflechtungen mit der SPD. Die Gründung führte zu Kontroversen innerhalb des christlich-sozialen Lagers, da CDA und christlich-soziale Kollegenschaft im DGB weiterhin an der Einheitsgewerkschaft festhielten, während die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) in dieser Frage gespalten blieb. Initiatoren der am 30. Oktober 1955 in Essen gegründeten christlichen Gewerkschaftsbewegung Deutschlands (CGD) waren Johannes Even und Bernhard Winkelheide von der KAB und Heinrich Voß von der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung.

Der CGB will vor allem christlich-soziale Arbeitnehmer gewinnen. Er gliederte sich gemäß der „Drei-Säulen-Struktur“ mit den drei Gesamtverbänden der Arbeiter, der Angestellten und der öffentlichen Dienste. Dieses Prinzip erwies sich jedoch für die gewerkschaftliche Tagesarbeit als zu starr und wurde später durch beweglichere Strukturen ersetzt. Die gewerkschafts- und sozialpolitische Arbeit des CGB orientiert sich an den Grundsätzen der christlichen Soziallehre.

Literatur

L. Roos: Die Einheitsgewerkschaft im Lichte der katholischen Soziallehre (1962); B. Koch: 100 Jahre Christliche Gewerkschaften (1999); H. Küsters/R. Uertz (Hg.) Christlich-Soziale im DGB. Historische und aktuelle Fragen (2010).

Bernhard Koch