Union Catholique d’Etudes Internationals (UCEI)

Die UCEI (dt.: Katholische Union für internationale Fragen) wurde 1917 in Fribourg/Schweiz gegründet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Internationalen Katholischen Union, die 1917/18 in Erscheinung trat und stark die Friedenspropaganda der Mittelmächte unterstützte, ferner auch nicht mit der Union de Fribourg (seit 1884), einem internationalen katholischen sozialwissenschaftlichen Forum, das Vorarbeiten für die Enzyklika „Rerum novarum“ (1891) schuf. Die UCEI, die ihre erste Generalversammlung 1920 in Paris abhielt, propagierte als ihre Hauptziele das „Studium internationaler Fragen im Lichte der kath. Grundsätze“ (Katholische Soziallehre) sowie die „Vertretung und Verteidigung katholischer Interessen“ in internationalen Gremien, vor allem beim Völkerbund. Eigenständige Gruppen unterhielt die Organisation in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Italien, Polen, der Schweiz, der CSR und Jugoslawien. Sie hatte ihren Sitz in Fribourg und unterhielt darüber hinau eine Verbindungsstelle beim Völkerbundssekretariat in Genf, wo auch die von ihr geleiteten Kommissionen für „katholisch geistige Zusammenarbeit“ und “katholische Minderheiten“ wirkten. Die UCEI suchte ab Mitte der 1920er Jahre verstärkt die Nähe zur „Paneurop.-Bewegung“. Nach ihren Vorstellungen sollte das gemeinsame katholische Bekenntnis – analog zum ebenfalls supranationalen Selbstverständnis der Sozialisten – das Medium bilden, mit dessen Hilfe Menschen unterschiedlicher Nationalität und sozialer Schichtzugehörigkeit zu einem gemeinsamen europäischen Bewusstsein und Friedenswillen finden sollten . Nicht zuletzt ihr konfessioneller Ansatz verhinderte jedoch eine breitere Wirksamkeit der UCEI, in der sich von deutscher Seite u.a. der Zentrumspolitiker Carl Ulitzka sowie der Generalsekretär des Deutschen Caritas-Verbandes, Kuno Joerger, engagierten. Ende der 1920er Jahre sank die Organisation zur Bedeutungslosigkeit herab.

Literatur

Katholische Union für internationale Fragen. Organisation – Erfolge – Aussichten (1926).

Guido Hitze