Entzaubert oder gestärkt? Als die Rechtspopulisten in Österreich in die Regierung kamen
Die erste schwarz-blaue Koalition im Jahr 2000 bedeutete für Österreich das Ende eines politischen Systems. Eines Systems, das viele Jahrzehnte von den beiden alles bestimmenden Parteien SPÖ und ÖVP geprägt war. Deren große Koalition hatte Tradition. Nun kamen die Rechtspopulisten um Jörg Haider mit an die Macht. Dabei war die FPÖ nicht zum ersten Mal Teil einer Bundesregierung: Bereits von 1983 bis 1986 regierte sie als Juniorpartner der SPÖ. Mit dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und dem Historiker Michael Gehler analysieren wir diese schwarz-blaue Wende. Und wir fragen, wie die Entwicklung der FPÖ zu der These passt, dass rechtpopulistische Parteien durch eine Regierungsbeteiligung nicht gezähmt, sondern gestärkt werden. Mit Wolfgang Schüssel diskutieren wir zudem im Interview die sogenannte Brandmauer und seine Thesen zum Umgang mit rechtspopulistischen Parteien.
Podigee, 17. September 2026
Q&A-Folge zu: "Entzaubert oder gestärkt? Als die Rechtspopulisten in Österreich in die Regierung kamen"
Podigee, 24. September 2026
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Hosts
Angelika Fey (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung)
Gäste
Michael Gehler, Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Universität Hildesheim
Wolfgang Schüssel, ehemaliger Bundeskanzler Österreichs
Simon Strauß, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Literatur
Csoklich, F.: Österreich: Der Weg zur schwarz-blauen Koalition. Herder-Korrespondenz, 54(3) 2000, 116.
Csoklich, F.: Alarmzeichen nach der Wahl: In Österreich geht die ÖVP in die Opposition. Herder-Korrespondenz, 53(11) 1999, 563.
Gehler, M., Präventivschlag als Fehlschlag: Motive, Intentionen und Konsequenzen der EU 14-Sanktionsmaßnahmen gegen Österreich im Jahre 2000, in: Wilfried Loth (Hrsg.), Das europäische Projekt zu Beginn des 21. Jahrhunderts (Grundlagen für Europa 8), Opladen 2001, S. 325-382.
Gehler, M., Demokratie-Enforcement? Die EU 14 und der Fall Österreich 2000: Vom Paternalismus zum Neoliberalismus mit einem Ausblick bis in die jüngste Zeit, in: Guido Thiemeyer/Hartmut Ullrich (Hrsg.), Europäische Perspektiven der Demokratie. Historische Prämissen und aktuelle Wandlungsprozesse in der EU und ausgewählten Nationalstaaten, Frankfurt/Main – Berlin – Bern – Bruxelles – New York – Oxford – Wien 2005, S. 181-230.
Gehler, M. “Preventive Hammer Blow” or Boomerang? The EU “Sanction” Measures against Austria 2000, in: Michael Gehler/Günter Bischof/Anton Pelinka (Eds.), Austria in the European Union, Austria in the European Union (=Contemporary Austrian Studies Vol. 10), New Brunswick – London 2002, S. 180-222.
Hillebrand, E.: Rechtspopulismus in Europa. Gefahr für die Demokratie? Bonn 2015.
Sperl, G.: Der Machtwechsel. Österreichs politische Krise zu Beginn des 3. Jahrtausends. Wien 2000.
Tálos, E. (Hg.): Schwarz-Blau. Bilanz des „Neu-Regierens“. Wien 2006.
Böhm, W., Lahodynsky, L.: Der Österreich-Komplex. Ein Land im Selbstzweifel. Wien 2001.
F. Fallend et al.: Rechtspopulismus in Österreich. Zur Entwicklung der Freiheitlichen Partei Österreichs. Bundeszentrale für Politische Bildung 2018.
Online-Quellen
Akustische Chronik 1999-2000 auf mediathek.at.
Tagesschau, ARD, 04.02.2000.
Das Wendejahr 2000: Wie FPÖ und ÖVP eine Regierung bildeten, Dokumentation des ORF.
Interview im Morgenecho (WDR5) mit der Soziologin Annina Hermes.
Produktion & Redaktion
Autorinnen & Redaktion: Christine Brunzel, Angelika Fey
Mitarbeit: Maximilian Emanuel Schneider, Lena Katharina Barozzi
Sprecher: Felix Hoffmann
Produktion: F.A.Z. Audio
Musik: Niklas Kleber
Soundlogo: David Brucklacher