Veranstaltungsberichte

KAS-ICRIER Finanzsektor Seminar I/2012

Prospects and Challenges in Tax Reforms in India - Practical Aspects of Indian Tax Policy

Am 28. März 2012 wurde das erste Seminar der quartalsmäßig stattfindenden KAS-ICRIER Finanzsektor-Seminarreihe zum Thema „Prospects and Challenges in Tax Reforms in India - Practical Aspects of Indian Tax Policy” in Delhi veranstaltet. In diesem Workshop diskutieren drei Experten mit einem interessierten Fachpublikum die Aussichten und Herausforderungen der Steuerreform in Indien.

Shyamal Mukherjee, Geschäftsführer und Steuerexperte bei PriceWaterhouseCoopers Indien, konzentrierte sich in seiner Präsentation auf das Thema „Praktische Aspekte der indischen Steuerpolitik“. Er nannte unter anderem den größeren Informationsbedarf, die Bekämpfung der Schattenwirtschaft und eine aggressivere Forderung nach einer ausgedehnten Steuerbemessungsgrundlage als aktuelle Trends in der Steuerpolitik. Diese Aspekte resultierten in einer größeren Anzahl an Rechtsstreitigkeiten. Mukherjee erklärte, dass der industrielle Sektor und die politischen Entscheidungsträger besser miteinander kommunizieren müssten, um die Situation zu verbessern. Er forderte auch Handlungsanleitungen zum besseren Verständnis von Steuergesetzänderungen für die Verbraucher.

Gautam Roy, Berater im indischen Finanzministerium, verteidigte die retrospektiven Änderungen in den Steuergesetzen und sagte, dass viele Anpassungen nötig seien, um mit der dynamischen Gesellschaft Schritt zu halten. Er plädierte für eine Plattform, auf der eine öffentliche Debatte zu den geplanten Steuerreformen stattfinden solle.

Rajiva Ranjan Singh, Berater bei der World Bank und der Asian Development Bank, zeigte auf, dass von 300 Millionen Indern, die der Mittelklasse angehören und somit potenzielle Steuerzahler seien, lediglich 30 Millionen tatsächlich Steuern bezahlen würden. Er erklärte, dass die meisten möglichen Steuerzahler zwar datenmäßig erfasst seien, die Daten aber aus verwaltungstechnischen Gründen noch nicht vollständig ausgewertet werden könnten. Singh argumentierte, dass aus diesem Grund die Beamten in der Einkommensteuerabteilung besser geschult werden und auch auf langfristiger Basis angestellt sein müssten.