Veranstaltungsberichte

KAS-ICRIER Finanzsektor-Seminar

Financial Sector Developments, Issues and the Way Forward

Am 14. Dezember 2011 wurde das vierte KAS-ICRIER Finanzsektor-Seminar zum Thema „Financial Sector Developments, Issues and the Way Forward” in Delhi veranstaltet. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2008 werden die Ursachen und Auswirkungen der Krise umfassend diskutiert. In diesem Workshop analysierten drei Experten die bisherigen Entwicklungen, die Herausforderungen und die Zukunft des Finanzsektors.

Chetan Ghate, Associate Professor am Indian Statistical Institute konzentrierte sich auf die Finanzsektorreformen und die Auswirkungen auf die makroökonomische Volatilität und das Wachstum. Er hob hervor, dass bisher noch wenig über den Zusammenhang zwischen Liberalisierung des Marktes und Volatilität geforscht wurde. Generell wären Entwicklungsländer und Schwellenländer wie Indien in Bezug auf wirtschaftliche Leistung, Konsum und Investment volatiler als Industrienationen. Dennoch, in der Periode der wirtschaftlichen Liberalisierungspolitik, würde Indien bei den meisten Vergleichszahlen einer Industrienation gleichstehen, da sich der Handel mehr und mehr geöffnet habe.

Abhijit Sen Gupta, Senior Economics Officer an der Asian Development Bank erklärte das „Trilemma“ der Kapitalströme. Ein Land könne gleichzeitig nur zwei der drei nachfolgenden Ziele erreichen: Freie Kapitalströme, eine unabhängige Geldpolitik und feste Wechselkurse. Dabei sei in Indien seit 2000 der Fokus auf der Wechselkursstabilität am größten. Indien hätte einen langsamen Schritt in Richtung Integration auf dem globalen Kapitalmarkt gemacht und befasse sich mit den unterschiedlichen politischen Zielen je nachdem wie es die makroökonomische Situation erfordere. Deshalb könne Indien besser mit dem „Trilemma“ umgehen, woraus eine gesunde Wachstumsrate, gezielte Geld- und Kreditwachstumsraten und eine moderate Inflationsrate resultierten.

Ashima Goyal, Professor an der Indira Gandhi Institute of Development Research, referierte über Banken und deren Politik und Risiken. Insgesamt gesehen würden die indischen Banken durch die Marktentwicklung und eine umfassende Reformpolitik der letzten Jahre im internationalen Vergleich gut dastehen. Finanzrisiken würden durch eine umfassende Regulierungspolitik gemindert. Es bestünden zwar zyklische Risiken, diese wären jedoch nicht von großer Bedeutung so lange wie die politischen Entscheidungsträger große Preis-Fluktuationen verhindern würden. Goyal schlug vor, dass internationale Institutionen Instrumente entwickeln sollten, um ihre Risiken zu verringern.