Veranstaltungsberichte

Sicherheit und Zusammenarbeit

Perspektiven Deutsch-Russischer-Asiatischer Kooperation

Die strategischen Interessen Indiens werden von führenden außen- und sicherheitspolitischen Experten bei dieser internationalen Sicherheitstagung im Austausch mit renommierten Experten aus Russland, Zentralasien und Deutschland vorgestellt.

Parallel zum Aufstieg Indiens als globaler wirtschaftlicher Akteur hat sich auch das sicherheits- und außenpolitische Rollenverständnis der größten Demokratie der Welt verändert. Die Rolle Indiens als selbstbewusste regionale Gestaltungsmacht innerhalb der südasiatischen Sicherheitsarchitektur schließt in der internationalen Diskussion um die Zukunft Afghanistans zunehmend die indischen Leistungen in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit und Aufbauhilfe mit ein. Die strategischen Interessen Indiens werden von führenden außen- und sicherheitspolitischen Experten bei der internationalen Sicherheitstagung in Wackerbarth im Austausch mit renommierten Experten aus Russland, Zentralasien und Deutschland vorgestellt. In den letzten Jahren hat die KAS, etwa im Rahmen der deutsch-russischen Zusammenarbeit, jährlich zu vielbeachteten Expertenforen in Wackerbarth bei Dresden eingeladen, um Divergenzen zu analysieren und Schnittmengen für eine mögliche Zusammenarbeit zu identifizieren. Gemeinsam mit Experten aus Russland und den zentralasiatischen Republiken werden die Teilnehmer aus Indien als Gäste des Forums eine bereits mehrjährige Tradition weiterführen und aktuelle und zukünftige, sektorenübergreifende Themen aus Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Energiepolitik erörtern. Die Ereignisse in der Ukraine und die Reaktionen von russischer und europäischer Seite, gleichzeitig aber auch die asiatische Sicht auf diese neuen internationalen Herausforderungen, verdienen in diesem Jahr besondere Beachtung. Im Juni steht der Ausblick auf das Ende der Präsenz der ISAF-Truppen in Afghanistan Ende 2014 im Mittelpunkt der Diskussion. Bislang gab es bei den großen Entscheidungen zu Afghanistan einen breiten Konsens innerhalb der internationalen Gemeinschaft. Doch derzeit ist es um dieses Thema ruhig geworden. Dabei ist zu erwarten, dass von der weiteren Entwicklung in Afghanistan die gesamte Region im asiatischen Raum betroffen sein wird. Eine weitere Zunahme der Radikalisierung einiger Teile im Islam und damit ein wachsender Terrorismus würden dabei auch vor den Toren Europas nicht Halt machen, ebenso wenig wie zunehmender Drogenschmuggel, grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und Menschenhandel. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die umliegenden Staaten auf die Post-ISAF-Ära einstellen, ob gemeinsame Strategien im Bereich der Sicherheit gefunden werden können und was durch eine stärkere wirtschaftliche Kooperation möglicherweise erreicht werden könnte. Vor dem Hintergrund dieser Themenbreite, nahmen in diesem Jahr folgende Experten und ranghohe ehemalige politische Entscheidungsträger aus Indien teil:

- Dr. Salman Khurshid, indischer Außenminister a.D.

- Kanwal Sibal, Staatsminister a.D., indisches Außenministerium

- Dipankar Banerjee, Generalmajor, Direktor des Instituts für Friedens- und Konfliktstudien

- Mohan Guruswamy, Direktor des Zentrums für Politische Analysen

- Gen. Ramesh Chopra, ehemaliger Leiter des indischen Geheimdienstes bei der Armee

- Prof. Dr. Brahma Chellaney, Professor für strategische Studien, Zentrum für Politikforschung

Insgesamt orientierte sich die sicherheitspolitische Tagung entlang folgender Themenpanels:

- Sollbruchstelle Ukraine: Mögliche Wege zu neuen Gemeinsamkeiten

- Ungewisse Zukunft - Afghanistan vor dem Ende der ISAF-Mission

- Nähere und entferntere Nachbarn mit eigenen Herausforderungen

- Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung in der Region als Schlüssel für die weitere Entwicklung

- Handlungsoptionen und Schnittmengen für Zusammenarbeit

- Energie – Mittel für Kooperation oder Konfrontation?