Bin Laden, Osama (1957–2011)

Osama bin Laden war der Gründer und Anführer des Terrornetzwerkes al-Qaida und gilt als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001. Als Spross einer saudi-arabischen Unternehmerfamilie mit guten Beziehungen zum Haus Saud verfügte er über beträchtliche finanzielle Mittel. Bin Laden unterstützte nach der sowjetischen Invasion Afghanistans den dortigen Widerstand (→ s. mudschahedin) finanziell und organisatorisch. Seine militärischen Anstrengungen und der Versuch, den afghanischen Widerstand im Sinne der wahhabitischen Ideologie (→ s. Wahhabiyya) zu arabisieren und zu islamisieren, trugen jedoch kaum Früchte. Nach dem Rückzug der Sowjetunion aus Afghanistan kehrte bin Laden nach Saudi-Arabien zurück und ließ sich später im Sudan nieder. War es zunächst der Sturz säkularer Regierungen der arabischen Staaten, die bin Laden als Ziel verfolgte, rückten in seiner Ideologie die Vereinigten Staaten als Hauptgegner des Islams in den Fokus. Nach der Machtergreifung der Taliban wurde bin Laden ihr »Gast« in Afghanistan. Er errichtete mehrere Ausbildungslager und gab u. a. die Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Tansania (1998) und auf den amerikanischen Zerstörer Cole (2000) in Auftrag. Am 9. September 2001 ließ er Ahmad Schah Massoud, den einstigen Führer des Widerstandes gegen die Sowjetunion, der nun gegen die Taliban kämpfte, ermorden. Bis zu seiner gezielten Tötung durch ein amerikanisches Kommando, konnte bin Laden auf die finanziellen Ressourcen seiner Familie zurückgreifen.

Dr. Christian Funke