Veranstaltungsberichte

Kein deutsches Europa sondern ein europäisches Deutschland

DR. HANS-GERT PÖTTERING BEI DER III. ALCIDE DE GASPERI-KONRAD ADENAUER-LECTURE IN ROM

Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi zählen zu den Gründungsvätern der heutigen Europäischen Union. Der Deutsche und der Italiener haben - zusammen mit anderen - die Grundlagen für den politischen Integrationsprozess gelegt, der bis heute anhält. Jedes Jahr wird in Rom mit einer Europarede an diese Leistung erinnert.

„Es gibt viele Selbstzweifel heute in der Europäischen Union und natürlich muss man sich den Herausforderungen stellen - man darf nicht selbstzufrieden sein. Aber wir brauchen auch das nötige Selbstbewusstsein, wir brauchen den Mut auf der Grundlage unserer Werte die Kraft zu haben, die Herausforderungen, vor die wir in der Gegenwart gestellt sind, zu lösen“, sagte Dr. Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung bei der III. Alcide de Gasperi-Konrad Adenauer-Lecture am 26. September in Rom.

Alle Länder haben die gleiche Würde

Dr. Hans-Gert Pöttering widersprach italienischen Stimmen, die eine deutsche Hegemonie in Europa fürchten: „Es darf keine Dominanz von keinem Staat oder keiner Gruppe von Staaten geben, sondern alle Länder haben die gleiche Würde.“ Er rief zu Respekt im Umgang miteinander auf: „Und wenn in Italien manchmal Dinge passieren, die wir in Deutschland anders sehen, oder in Deutschland Dinge passieren, die Sie hier in Italien anders sehen, dann ist das oft zurückzuführen auf unsere unterschiedlichen kulturellen Hintergründe. Aber eines ist doch klar: Dass wir die Einheit in der Vielfalt wollen, dass wir Respekt füreinander wollen. Diesen Respekt sollten wir uns auch immer wieder zum Ausdruck bringen.“

Auch der Vorsitzende der De Gasperi Stiftung, Angelino Alfano bekräftigte: „Europa ist nicht nur eine geographische Gegebenheit oder ein politisches Projekt. Die Europäische Union basiert auf einem gemeinsamen kulturellen Erbe, auf einem gemeinsamen Zusammengehörigkeitsgefühl und auf der gleichen Vision für die Zukunft.“

Begegnungen und Austausch

Das Auslandsbüro Italien der KAS arbeitet seit Jahren mit Studierenden bzw. jungen Erwachsenen zur Soziallehre der Kirche und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Europäische Integration. Ein „Learning Lunch“ am 27. September bot die Gelegenheit, aktuelle europapolitische Fragen mit dem ehemaligen Präsidenten des Europarlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering, zu diskutieren. Dieser unterstrich, wie wichtig die direkten Begegnungen und der Austausch zwischen den jungen Europäern sei. Deshalb habe sowohl er als auch das ganze Europaparlament sich immer vehement für das ERASMUS-Programm eingesetzt.

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung traf sich mit Staatspräsident Napolitano, dem stellv. Präsidenten des Ministerrates und Innenminister Angelino Alfano, dem Minister für Europäische Angelegenheiten Enzo Moavero Milanesi und dem Minister für die Verfassungsreform Gaetano Quagliariello. Im Rahmen seines Aufenthaltes in Rom kam es zu einer kurze Begegnung mit Papst Franziskus sowie Gesprächen mit Kurienkardinal Ravasi und dem Präfekten des päpstlichen Hauses. Erzbischof Gänswein.

Kontakt

Caroline Kanter

Caroline Kanter bild

Leiterin des Auslandsbüros Frankreich

caroline.kanter@kas.de + 33 1 5669150-0