Kongress

Die NATO und die Welt nach Saddam

Zukunft der transatlantischen Beziehungen

Themen sind unter anderem die zukünftige Rolle der NATO als Global Player sowie die Rolle der neuen Mitgliedsstaaten - zu denen auch Estland, Lettland und Litauen gehören - innerhalb und außerhalb der Organisation.

Details

Der Kongress am Freitag, 31. Oktober 2003 im Grand-Palace-Hotel Riga behandelte die Rolle der NATO nach dem Sturz von Saddam Hussein und die Perspektiven der Transatlantischen Beziehungen. Der Focus lag sowohl auf der globalen Bedeutung der NATO, als auch auf neuen Kooperationsmöglichkeiten zwischen den neuen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedsstaaten. Ziel der zwei Diskussionsrunden war, ein tieferes Verständnis der Möglichkeiten zukünftiger transatlantischer Kooperationen und regionaler Entwicklungen in Zentral-/Osteuropa zu fördern.

Während der Konferenz in Riga stellte der lettische Verteidigungsminister Girts Valdis Kristovskis die Pläne Lettlands für den Beitritt seines Landes zu NATO vor. Er zeichnete ein Bild von einer schlagkräftigen multinationalen Verteidigungsgemeinschaft, die in der Lage ist, auf die neuen Bedrohungen zu reagieren, mit denen sich die westliche Wertegemeinschaft einstellen muss. John Colston, Generalsekretär für Verteidigungspolitik der NATO, umriss das veränderte Aufgabenfeld des internationalen Bündnisses.

Die Außenministerin Lettlands, Sandra Kalniete, stellte heraus, dass gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika auch in Zukunft ein entscheidender Eckpfeiler für die Stärke der NATO sein werden. Die zunehmende Bedeutung der NATO in Afghanistan, ihre voraussichtlichen Aufgaben im Irak und die möglichen im Mittleren Osten zeigen, dass die Allianz - entgegen anders lautender Prophezeiungen – nicht überflüssig wird.

Der ehemalige Vorsitzende des Militärausschusses der NATO, General a.D. Klaus Naumann ging auf die Bedeutung des Prager Gipfeltreffens ein, das die Weichen für einen fundamentalen Wandel in Europa stellte, der die Trennung zwischen Mitgliedsstaaten und Zentral-/Osteuropäischen Staaten aufhebt. Die neuen Mitgleidsstaaten werden eine Schlüsselrolle in der Allianz bei den neuen Herauforderungen Europas spielen: Die Baltischen Staaten, Polen und andere neue Mitglieder werden mit neuen Akzentsetzungen und Schwerpunkten die Arbeit in der NATO verändern.

Naumann gab den Fachexperten und Politikern aus den Beitrittländern u.a. sehr konkrete und praktische Hinweise, wie sie ihre Interessen im Bündnis möglichst optimal zu Geltung bringen können.

Ein weiteres wichtiges Thema der Konferenz war die Frage der zukünftigen Beziehungen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern der NATO. Dabei stellte sich heraus, dass wichtige Länder des Kontinents, wie zum Beispiel die Ukraine, großes Interesse daran haben, dem Bündnis ebenfalls anzugehören und damit der westlichen Verteidigungs- und Wertegemeinschaft beizutreten, so der Ukrainische Außenminister Ihor Karchenko in seiner Rede. David Bakradze, vom georgischen Sicherheitsdienst brachte die Rolle Georgiens und des Kaukasus und die regionalen Beziehungen dieser Gegend zum Bündnis NATO zur Sprache.

Aber auch Russlands Beziehungen zur NATO wurden genauer umrissen. Andrei V. Zagorki vom Institut für angewandte internationale Forschung erklärte, dass Russland zurückhaltende und distanzierte Beziehungen zur NATO pflegt. Aus russischer Perspektive bedarf es der NATO nicht unbedingt, um mit den USA in Kontakt zu treten.

Der Kongress wurde von der Außenstelle Riga der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Latvian Transatlantic Organization (LATO) veranstaltet. Sponsoren waren die World Federation of Free Latvians und das lettische Verteidigungsministerium.

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Veranstaltungsort

Grand Palace Hotel, Riga

Referenten

  • unter anderemGirts Valdis Kristovskis
    • lettischer Verteidigungsminister
  • Sandra Kalniete
    • Lettische Außenministerin
  • Klaus Naumann
    • ehemaliger Vorsitzender des Militärischen Komitees der NATO
Kontakt

Dr. Andreas von Below

Dr

Bereitgestellt von

Auslandsbüro Lettland