Umwertung von Begriffen

Ein weiteres Verfahren bezieht sich darauf, dass Linksextremisten mit bestimmten politischen Begriffen andere Inhalte verbinden als gutgläubige Demokraten.

Dadurch entsteht bei Demokraten ein Missverständnis über den tatsächlichen Inhalt linksextremistischer Ziele (siehe auch Marxistische bzw. marxistisch-leninistische Terminologie und „Krieg ist Frieden“ – die Umkehrung von Bedeutungen im linksextremen Sprachgebrauch)

Kein Geringerer als Gregor Gysi hat übrigens diese Umwertungstechnik freimütig eingeräumt, als er im „Neuen Deutschland“ am 16. Mai 1990 erklärte: „In vielen Punkten – Individualität, Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Naturbewahrung usw. – hat die PDS keine anderen Werte als andere politische Parteien, wohl aber andere Vorstellungen über deren Inhalt.“ Das ist natürlich bewusst unpräzise formuliert: Richtiger ist, dass die damalige PDS, frühere SED und heutige Die Linke die gleichen Begriffe mit anderen Inhalten füllt. Und die Klientel dieser Partei wird sich auf Dauer entscheiden müssen, ob sie sich demokratischen Grundwerten zuordnet oder an „anderen Vorstellungen über deren Inhalt“ festhält.

Rudolf van Hüllen

Lesetipps:

  • Rudolf van Hüllen, „Die Linke“ stellen. Handreichungen zur politischen Auseinandersetzung, St. Augustin 2009 (Konrad-Adenauer-Stiftung).