Veranstaltungsberichte

Medien im Kampf gegen Korruption

Präsentation der Ergebnisse der Umfrage zur Rolle der Medien im Kampf gegen Korruption.

Medien im Kampf gegen die Korruption- dies war der Kern der Diskussion, die die Konrad Adenauer Stiftung im Hotel Rogner Tirana organisiert hatte. In diesem Treffen wurden die Ergebnisse einer empirischen Umfrage zur Rolle der Medien im Kampf gegen Korruption vorgestellt, die von Prof. Mark Marku und Dr. Blendi Ceka durchgeführt wurde. Teilnehmer waren bekannte Persönlichkeiten wie Journalisten, Redakteure, Medienmanager und Professoren der Universität Tirana.

Während seiner Ansprache erwähnte der Leiter der KAS, Herr Walter Glos, verschiedene Aktivitäten, in die die KAS Tirana verwickelt ist. Die Voraussetzung für die Stärkung der Demokratie im Land, die noch neu und zerbrechlich ist, sind freie Medien und unabhängige Förderung.

Der Moderator der Konferenz, Prof. Mark Marku, erklärte, dass Medien über nicht ausreichende persönliche und finanzielle Ressourcen verfügen. Ihm zufolge werden die Medien immer schwacher im Kampf gegen die Korruption. Journalisten glauben, dass Online-Portale oder soziale Netzwerke billiger und populärer sind. Indes betonte er, dass die Abkehr von klassischen Medien keine Option sei.

In seiner Rede bekräftigte Bujar Leskaj, Präsident der KLSH (Rechnungskontrollbehörde), dass er von den Ergebnissen schockiert sei. Das Vertrauen in die staatlichen Institutionen ist sichtbar zurückgegangen, die Arbeit der Medien jedoch ist wichtig, da sie als Verbündete agieren.

Alfred Lela, Direktor von „Mapo“, sagte, dass die Medien eine kulturelle Rolle spielen sollten. Medien sollten in der Lage sein eine Kultur der Korruptionsbekämpfung zu pflanzen. Er betonte, dass die Medien ihren Beitrag in der Bekämpfung leisten können.

Mentor Kikia, Journalist und ehemaliger Chefredakteur von Top-Channel-TV, nannte drei Hauptfaktoren, die seiner Meinung nach die größten Feinde der Medien sind: Medieneigentümer, Politik und Wirtschaft. Er sagte, dass die Medien verwendet werden, um Geschäfte im Bau und Handel abzuwickeln. Daraufhin startete er einen Aufruf: "Rettet die Medien".

Gjergj Erebara, BIRN Journalist auf dem Portal Reporter.al sagte in seiner Rede, dass die Zahl der Medien zugenommen, während die Zahl der Journalisten abgenommen hat. Sie sind gezwungen sich nicht mit investigativen Themen zu beschäftigen, da es viele Wochen Arbeit erfordert. Man könne Reporter.al als Beispiel nehmen, das kein Produkt ist, das den Arbeitgebern gehört.

Ervin Goci, Dozent an der Fakultät für Journalistik, UT, und Aktivist, präsentierte eine empirische Beobachtung, die aufzeigte, wie die Medien die Proteste gegen den Bau eines Spielplatzes aus Beton im Park Tiranas reflektierten. Goci sagte, dass die Medien nicht die Reaktionen (Proteste) der Bürgerlive sendeten, sondern Feeds zusammensetzten, ohne der Öffentlichkeit zu erklären, worum es bei diesem Protest ging. Die Profile der Bürger, Aktivisten, Medien wurden nicht definiert und so entstand eine mediale Korruption.

Die letzten Worte kamen von Christian Spahr, Direktor des Medienprogramms in Südosteuropa der KAS. Er erklärte, wie wichtig die Online-Portale im Kampf gegen Korruption für die Bürger sind, denn Medien können in diesem Fall als Hüter der Demokratie fungieren. Des Weiteren erklärte Spahr, dass mediale Auseinandersetzung mit Korruption auch dazu geführt hat, dass einige Unternehmen geschlossen wurden und deren Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt. In seinem Schlusswort sagte Herr Spahr, dass Journalisten miteinander kooperieren müssen, um die Korruption zu bekämpfen.