Veranstaltungsberichte

Wie Journalisten ihr Recht auf Information wahrnehmen können

von Dobrina Trifonova
KAS-Medienprogramm und Journalistennetzwerk n-ost veranstalten zum zweiten Mal ein "Legal Leaks"-Seminar in Südosteuropa

Unter dem Label "Legal Leaks" bekommen Journalisten aus Südosteuropa praktische Tipps zum Thema Informationszugang. Das Konzept wurde von der NGO Access Info Europe und dem Osteuropa-Recherchenetzwerk n-ost entwickelt. Zusammen mit dem KAS-Medienprogramm Südosteuropa fand eine weitere Auflage des Seminars am 22. und 23. September 2016 in Tirana statt.

Der Workshop hatte das Ziel, Journalisten mit investigativem Profil mehr Wissen zum Recht auf Information anzubieten und sie über nützliche Strategien und Tipps erfahrener Datenjournalisten zu informieren. Christian Spahr, Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, sagte, dass Reporter auch gegenüber teils intransparenten Behörden auf ihrem Informationsrecht bestehen sollten. Hierzu wurden Experten aus Deutschland, den Niederlanden und Spanien eingeladen, die das für viele Journalisten schwer verdauliche Thema verständlich und kompakt darstellten.

Einen Überblick über die Medienlage in Albanien gab eingangs Jonila Godole, Geschäftsführerin des Instituts für Demokratie, Medien und Kultur. In der albanischen Medienszene herrschten einseitige Interpretationen vor oder dominierten Unterhaltungsthemen. Dies beeinflusse auch junge Studenten, die oft keine Zukunft im journalistischen Beruf sehen und in den PR-Bereich wechseln.

Gute gesetzliche Grundlagen gebe es bereits in mehreren südosteuropäischen Ländern, berichtete Alba Gutierrez von Access Info Europe. In Albanien wurde ein Informationsfreiheitsgesetz Gesetz 1999 verabschiedet, in Serbien 2003 und in Montenegro 2005. Um das Recht auf Information praktisch durchsetzbar zu machen, hat ihr Team zusammen mit n-ost das "Legal Leaks"- Handbuch in mehreren Sprachen veröffentlicht, einige davon mit der Unterstützung des KAS-Medienprogramms.

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