Veranstaltungsberichte

Kuba: Zwei „Damen in Weiß“ verhaftet

IGFM fordert sofortige Aufklärung

Frankfurt am Main / Havanna (25. Februar 2009) – Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurden am 19. Februar die Bürgerrechtlerinnen Maritza Castro und Ivonne Mayesa Galano, die der Gefangenenhilfsorganisation „Damen in Weiß“ angehören, festgenommen. Die beiden Frauen hatten Noelia Pedraza, Frau des verhafteten Dissidenten Ariel Siegler Amaya, begleitet, als diese sich entschlossen hatte, vor dem Krankenhaus zu warten bis man ihr den Befund ihres Mannes mitteile.

Maritza Castro berichtete der IGFM, dass die Verhaftung erfolgte, weil zahlreiche Frauen und Familienangehörige von politischen Gefangenen vor dem Militärkrankenhaus „Carlos J. Finlay" in Havanna in der Nacht vom 18. Februar ihre Solidarität für den Gefangenen Siegler Amaya bekunden wollten. Ariel Siegler Amaya ist seit fünf Monaten dort inhaftiert. Die vor dem Krankenhaus Versammelten wurden von Beamten der Staatssicherheit mit Gewalt vertrieben oder in einen Bus gedrängt, in dem sie misshandelt und anschließend nach Hause gebracht wurden.

Am 19. Februar wurden Maritza und Ivone von einem PKW der Technischen Ermittlungsabteilung auf die Polizeiwache von El Cerro, einem Stadtteil Havannas, abgeführt, wo sie einem dreistündigen Verhör der Staatssicherheit unterzogen wurden.

Jeden Sonntag marschieren die „Damen in Weiß“ schweigend in der kubanischen Hauptstadt Havanna über die Avenida Cinco zur Kirche Santa Rita und führen dabei Bilder von ihren inhaftierten Angehörigen mit sich. Sie tragen dabei weiße Kleidung, die sowohl für Frieden als auch für die Unschuld der verhafteten Männer und Söhne steht. Die IGFM unterstützt die gewaltlos agierenden „Damen in Weiß“ seit 2003. Im Jahr 2007 wurden die „Damen in Weiß“ mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

Terminhinweis:

Die IGFM erwartet u.a. kubanische Bürgerrechtlerinnen auf ihrer Jahrestagung „Engagement für Menschenrechtsverteidiger“ am 14./15. März 2009 im Gustav Stresemann Institut in Bonn

Mehr Informationen unter

www.menschenrechte.de