Veranstaltungsberichte

Reform der Reform nötig?

Buch zur Regulierung im Energiesektor Mexikos vorgestellt

Mit dem Band „Regulación Energética Contemporánea, Temas Selectos“ hat das ITAM einen wichtigen Beitrag zur Debatte angemessener Regulierungen im Energiebereich Mexikos geleistet. Ausgewiesene Fachwissenschaftler haben sich dabei auf knapp 500 Seiten implizit auch mit den zurückliegenden Energiereformen des Landes auseinandergesetzt und diese in den internationalen Kontext eingeordnet. Der Band, den die Konrad-Adenauer-Stiftung als „Editor Invitado“ begleitet hat und der die mexikanische Fachdiskussion nachhaltig prägen dürfte, wurde jetzt in einer interessanten Abendveranstaltung vorgestellt.

Dabei machte Juan Carlos Zepeda, der Präsident der „Comisión Nacional de Hidrocarburos“ deutlich, dass die Reformen zwar deutliche Fortschritte erbracht hätten, der mexikanische Energiesektor und die ihn dominierende staatliche Energiefirma PEMEX gleichwohl weit davon entfernt seien, nach rein wirtschaftlichen Kritierien geführt zu werden. An der Energiereform setzten auch die Ausführungen von Adrián Lajous von „Petrométria“ an. Aus seiner Sicht stehen einem Schritt in die richtige Richtung zwei zurück gegenüber. Der internationale Vergleich, gerade mit Ländern wie Norwegen und Brasilien, erlaube das schonungslose Aufdecken eigener Versäumnisse in Mexiko. Entstanden sei ein unübersichtliches Gremiengeflecht, in dem juristische Unklarheiten und Ungenauigkeiten zu Zuständigkeitsfragen die Lage weiter verkomplizierten. Auch seien die Regulierungsbehörden zu schwach, das Monopol von PEMEX sei festgeschrieben worden, ganz abgesehen von der „Staatsfixiertheit“ des ganzen Ansatzes. Leider werde man nun wohl bis zum Amtsantritt einer neuen Regierung warten müssen, bis eine Reform der Reform möglich werde. Josefina Cortés, verantwortlich für die Zusammenstellung des Bandes, betonte, man sei sich bewusst, dass gerade technische Entwicklungen aktuelle Gesetzgebungen schnell überholten. Die Versorgungssicherheit, in umweltschonender Form und preiswert für den Verbraucher, müsse bei künftigen Debatten im Mittelpunkt stehen. Gerade die Rolle von Staatsunternehmen sei neu zu denken.