Veranstaltungsberichte

Besuchergruppe aus Thüringen in Ramallah

Eine Besuchergruppe der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, darunter Landtagsabgeordnete und Lehrer aus dem Freistaat, nahm im Rahmen einer Bildungsreise nach Israel und in die Palästinenesischen Autonomiegebiete an einem Seminartag in Ost Jerusalem und Ramallah teil, welcher vom Länderbüro der KAS in Ramallah koordiniert wurde.

Im Mittelpunkt des Seminartages stand neben der politischen Situation auch die Vermittlung von Informationen über das palästinensische Bildungssystem.

Bei dem Besuch der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem, eines Gymnasiums für muslimische und christliche Mädchen in Trägerschaft des Deutschen Vereins vom Heiligen Land, wurden die Teilnehmer über die Besonderheiten des palästinensischen Schulsystems im Allgemeinen und der interkulturellen und –religiösen Erziehung an der Schmidt-Schule im Besonderen informiert.

Durch einen Vortrag von Jamil Salem, Researcher & Program Manager am Institut für Rechtswissenschaften der Birzeit Universtität, erhielten die Teilnehmer einen fundierten Einblick in das Hochschulwesen in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Zudem erläuterte Salem das palästinensische Rechtssystem, sowie die gemeinsamen Projekte der KAS Ramallah mit dem Institut für Rechtswissenschaften in den Bereichen Fortbildung, Rechtspolitik sowie Wirtschaftsrecht.

Thomas Birringer, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, informierte die Teilnehmer anschliessend über die aktuelle Lage in der West Bank und dem Gazastreifen. Darüberhinaus erläuterte er die Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, besonders in den Bereichen politische Bildung und Demokratieförderung.

Im Rahmen eines weiteren Vortrages erläuterte Philip Holzapfel, Politischer Referent des Deutschen Vertretungsbüros in Ramallah, die Entwicklung des Friedensprozesses und informierte über die politische Situation und das Engagement Deutschlands und der Europäischen Union bei der Begleitung des demokratischen Staatswerdungprozess in den palästinensischen Gebieten.

Abschliessend hatten die Teilnehmer Gelegenheit, im Rahmen eines Briefings durch die NSU (Negotiation Support Unit) der PLO, welche für Analyse und Recherche für Verhandlungen mit Israel zuständig ist, die Sicht der palästinensischen Seite auf den Friedensprozess mit Israel kennen zu lernen und kritisch zu diskutieren.