Live-Stream

Wahlanalyse

Präsidentschaftswahlen in Ecuador.

Details

-
-

Nach dem Wahlsieg von Guillermo Lasso in der Stichwahl am Sonntag, veranstaltete die KAS eine virtuelle Podiumsdiskussion zwischen dem Ökonomen und LLYC-Berater Juan Rivadeneira und der Direktorin der NGO Participación Ciudadana Ruth Hidalgo über die Faktoren und Dynamiken, die den Sieg des neugewählten Präsidenten der Republik begünstigten. 

 

Ruth Hidalgo beschrieb zu Beginn der Veranstaltung die letzten Präsidentschaftswahlen als ein historisches Ereignis. Sie erwähnte, dass trotz der starken Polarisierung im Land und mit zwei Kandidaten aus zwei völlig entgegengesetzten politischen Richtungen, das Land eine friedliche und demokratische Präsidentschaftswahl abgehalten hatte. Ruth reflektierte über die Schwächen der Kampagne von Andres Arauz, die für Lassos Kandidatur sprachen:

 

  • Die Unterstützung, die er vom ehemaligen Präsidenten Rafael Correa erhielt, wirkte sich negativ auf sein politisches Profil aus.
  • Arauz konnte keine klaren und kohärenten Vorschläge entwickeln. Es gab einen ständigen Diskurswechsel vor allem zum Thema Dollarisierung. In der Präsidentschaftsdebatte konnte Lasso im direkten Duell Punkten.
  • Schließlich wurde seine Kampagne stark beeinträchtigt, nachdem bekannt wurde, dass er 10 Jahre lang in der Zentralbank von Ecuador gearbeitet eine hohe Abfindung erhalten hatte. 

 

Auf der anderen Seite änderte Lasso im zweiten Wahlkampf seine Diskurslinie und schaffte es, seine präsidialen Vorschläge zu stärken und damit näher an die Interessen der Wähler heranzukommen. Lassos neue Haltung, die für Einigkeit, Konsens und Dialog stehe, war demnach entscheidend für seinen Sieg. Der neu gewählte Präsident hat jedoch keine Mehrheit in der Versammlung erreicht, aber Ruth Hidalgo ging davon aus, dass die Opposition ,,verantwortungsvoll” sein werde und die Regierbarkeit ermögliche. 

 

Juan Rivadeneira in seinem Redebeitrag erwähnte, dass die politische Geschichte Ecuadors von viel Instabilität geprägt war und die Wahl von Lasso eine positive Veränderung für das Land darstelle. Er kommentierte auch, wie die von Präsidentschaftskandidat Yaku Perez geführte Kampagne für die Nullabstimmung scheiterte, denn Lasso schaffte es die Unzufriedenheit der Ecuadorianer zu verstehen und versprach wichtige Änderungen in der Politik. Abschließend reflektierte Juan in drei Punkten, was für die Lasso Regierung anstehe: 1) der Übergang der Regierung; 2) Einhaltung des Impfplans; 3) Aufschwung der Wirtschaft.

 

Die Veranstaltung wurde von Sebastian Grundberger, Leiter des Regionalprogramms "Parteiendialog und Demokratie in Lateinamerika” und des Auslandsbüros Uruguay moderiert. Das Video der Debatte kann unter abgerufen werden: www.youtube.com/watch?v=244XbCNZuzE

Zum Kalender hinzufügen