Vortrag

"Chinoiserie" im 21. Jh. - Kommt ein asienspezifisches Jahrhundert? - Globale und lokale Auswirkungen

Im Rahmen der Reihe: "Ein asiatischer Riese auf dem Olymp? Die Wahrnehmung Chinas zwischen Faszination und Befremden"

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden statt.

Details

Exposé

„Wenn du einen Riesen siehst, der mit dir kämpfen will, dann sei ohne Furcht. Untersuche zuerst den Stand der Sonne,

dann wirst du sehen, daß der Riese vielleicht nur der Schatten eines Zwerges ist." (Chinesisches Sprichwort)

Ein asiatischer Riese auf dem Olymp? – Die Wahrnehmung Chinas zwischen Faszination und Befremden

China ist seit einigen Jahren wieder in aller Munde. Seitdem sich die Volksrepublik im Zuge der Globalisierung dem Westen und vor allem seinen Märkten in verstärkter Weise geöffnet hat, nimmt die Aufmerksamkeit gegenüber der ostasiatischen Nation wieder zu, was zudem mit einer Änderung der Wahrnehmung dieses Landes und seiner Kultur einhergeht.

Dabei weist Europa schon eine lange Tradition im, wenn auch größtenteils einseitigen, kulturellen wie wirtschaftlichen Transfer auf, der sicherlich seinen Höhepunkt in der vor allem in der Kunst stattgefundenen Rezeption chinesischer Stilformen fand (z.B. Schloß Pillnitz, Meißner Porzellan etc.). Diese sogenannte Chinoiserie soll hierbei als ein Paradigma der Aufnahme fernöstlicher Kultur im abendländischen Raum gelesen werden, das die Ambivalenz des Fremden, welches einmal in einer manieriert wirkenden Überhöhung zu faszinieren versteht, andererseits auch bedrohliche Momente in sich birgt, zu verdeutlichen vermag.

Mit dem Eintritt der Kulturen in eine globalisierte Welt verwischen aber diese Grenzen, welche vormals den Bereich des Eigenen vom Bereich des Fremden trennten. Jedoch kann man sicherlich davon ausgehen, dass Differenzen weiterhin bestehen bleiben – sprachliche, mentale, habituelle, religiöse Unterschiede sprechen dafür und mit dem plakativen Begriff des „Kulturschockes“ wurde überdies die entsprechende Losung für ein altes Problem in neuer Gestalt gefunden.

Somit versucht die Veranstaltungsreihe einen Bogen von den traditionellen Chinabildern zur heutigen Wahrnehmung zu schlagen und nach dem genannten „Stand der Sonne“ zu fragen: Welche Faszination übte und übt die chinesische Kultur auf den europäischen Menschen aus? Was erstaunt und beängstigt uns schlechthin am Fremden? Wie gehen wir heute mit dem Fremden im Spannungsfeld von Nähe und Distanz um? Wie ändert sich das Chinabild im Zeichen der Globalisierung? Welchen politischen Stellenwert hat das Verhältnis zu China und wie wird es möglicherweise in der Zukunft aussehen?

Prof. Dr. Manfred Mols studierte in München, Freiburg und Glasgow. Nach seiner Habilitation lehrte er zunächst an der Univeristät Freiburg. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA und Gastprofessuren in Mexico und Israel widmete er sich speziell der Lateinamerikaforschung. Bis 2001 lehrte Mols am Institut für Politikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er legte zahlreiche Veröffentlichungen vor und ist ein gefragter Sachverständiger für Fragen zu Lateinamerika sowie zu Südostasien und dem Pazifischen Raum.

Dr. Gabriele Goldfuß (Jg. 1963) studierte Philosophie, Sinologie und Theologie in Tübingen, Paris und Peking. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Wandel des chinesischen Buddhismus. Bis 2001 forschte Goldfuß als wissenschaftliche Assistentin am Ostasiatischen Institut der Universität Leipzig. Danach übernahm sie die Leitung des Referats Europäische und internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig. Goldfuß hat die Gründung des Deutsch-Chinesischen Zentrums Leipzig maßgeblich mitinitiert.

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden, Eingang: Landhausstraße

Referenten

  • Prof. Dr. Manfred Mols
    • Politikwissenschaftler
    • Mainz
  • Dr. Gabriele Goldfuß
    • Sinologin
    • Leipzig
Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
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