Vortrag

1968: Proteste und Revolte

Das Aufbegehren der Nachgeborenen

Im Rahmen der Reihe "Wie schmeckte die BRD?"

Details

Vor fünf Jahren, zum 20. Jubiläum der Friedlichen Revolution,

bot das Politische Bildungsforum Sachsen die

Veranstaltungsreihe „Wie schmeckte die DDR?“ an. Der Titel

wirkte irritierend, aber gesucht wurde ein Begriff, der die

Verschränkung von objektiver Wirklichkeit und subjektiver

Wahrnehmung charakterisiert. Geschmack ist nicht objektiv,

aber auch nicht rein subjektiv – man muss schon etwas in

den Mund nehmen, um es zu schmecken.

Erstaunlicherweise entfachten sich die Diskussionen

während der Veranstaltungen nicht am Ost-West-Verhältnis,

sondern an den unterschiedlichen Wahrnehmungen

innerhalb des Systems DDR. Das Selbstverständnis jener,

die nach 1989 den Verlust einstiger Vorteile feststellen

mussten, prallte auf die Erfahrung derer, die damals

benachteiligt worden waren und jetzt ihre Freiheit nutzen.

Dabei waren doch aber die Wiedervereinigung und die

unhinterfragte Übernahme der bundesrepublikanischen

Normalität der Ausgangspunkt der Reihe gewesen.

Haben sich die Ostdeutschen bisher überhaupt mit dem

Selbstverständigungsdiskurs der alten Bundesrepublik

beschäftigt? Wissen Sie, was deren Bürger prägte, welche

Erfahrungen sie vor 1989 machten und welche Entwicklungschancen

sich ihnen boten? Das wäre doch eine

notwendige Voraussetzung gewesen für eine glückende

Vereinigung! Diese Lücke möchte die Reihe „Wie schmeckte

die Bundesrepublik?“ schließen.

Wir laden Sie herzlich ein, Knackpunkte in der Entwicklung

der alten Bundesrepublik aufzuspüren und miteinander ins

Gespräch zu kommen. Vielleicht gibt es ja gar kein Ost-

West-Problem, sondern nur Vorbehalte, die sich beim

Zuhören und bei der anschließenden Diskussion auflösen.

Axel Schildt (Jg. 1951) ist ein deutscher Historiker und Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Er studierte von 1970 bis 1978 die Fächer Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg und an der Philipps-Universität in Marburg. Nach seiner Promotion war er von 1983 bis 1985 und wieder in den Jahren von 1987 bis 1990 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Hamburg tätig. Als Privatdozent war Schildt an der Universität Hamburg in der Zeit von 1992 bis 1997 tätig. Seit 2002 ist er Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg und seit 2008 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften.

Zum Kalender hinzufügen

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus
Wilsdruffer Str. 2,
01067 Dresden
Deutschland
Zur Webseite

Anfahrt

Referenten

  • Prof. Dr. Axel Schildt
    • Hamburg
      • Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte
        Kontakt

        Dr. Joachim Klose

        Dr

        Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

        joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
        © FZH © FZH