Vortrag

Anspruch auf Bildung? - Zwischen Instrumentalisierung und Emanzipation

Eröffnung der Themenreihe

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Herbert Quandt-Stiftung statt.

Details

Exposé

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

Im Fokus gegenwärtiger Bildungspolitik steht besonders die ökonomische Verwertung von Wissen. Immer mehr junge Leute fragen sich, was sie davon haben, wenn sie sich mit Latein, Philosophie oder Kunst beschäftigen. Ihnen ist längst bewusst, dass eine gute Ausbildung zum sozialen Selektionskriterium geworden ist. So orientieren sie zielstrebig ihre Lerninhalte an den scheinbaren Bedürfnissen des zukünftigen Arbeitsmarktes. Zeitökonomisch und effektiv soll die Ausbildung sein.

Unterwirft man aber Bildung marktwirtschaftlichen Prinzipien, wird das „lebenslange Lernen“ zur Beschleunigungsfalle: Wissen verarbeitet vorhergehendes Wissen zu neuem Wissen. So löst sich die Vorstellung, dass es uns mit Bildung einmal besser gehen könne, im Bildungsdauerlauf auf. Lebenslanges Lernen wird zum lebenslänglichen Lernen und der Mensch auf der Suche zu sich selbst immer erfolgloser.

Das Tempo neuer Erfindungen wird zwar immer rasanter, aber deswegen wird kein Jugendlicher schneller erwachsen. In der rede von der „Halbwertzeit des Wissens“ wird Wissen mit Produktionszyklen verwechselt.

Was ist es, was wir wissen wollen sollen? - Wir brauchen Maßstäbe zur Beurteilung des Wissens. Die Veranstaltungsreihe „Anspruch auf Bildung?“ stellt sich grundlegenden Fragen nach dem Bildungsselbstverständnis unserer Gesellschaft. Welche Fähigkeiten sollte das Bildungswesen vermitteln? Was erwartet der markt wirklich und wie hat sich die Bildungslandschaft in Sachsen diesbezüglich verändert? Ist die Aufgabe der Bildungseinrichtungen bloße Wissensvermittlung, oder geht es um mehr, um Werte, Sinn und Verortung? Welcher Voraussetzungen bedarf es, diese zu vermitteln? Sind wir bildungspolitisch fit für die Zukunft?

PROGRAMM:

Begrüßung und Einführung

  • Dr. Joachim Klose, Dresden

    Leiter des Bildungswerkes Dresden der Konrad-Adenauer-Stiftung

  • Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Bad Homburg

    Geschäftsführender Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung

Anspruch auf Bildung!? - Zwischen Instrumentalisierung und Emanzipation

  • Stanislaw Tillich MdL, Dresden

    Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies

    Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin

anschließend Empfang

mit musikalischer Umrahmung durch das Saxophon-Ensemble des Heinrich-Schütz-Konservatoriums

HINTERGRUND:

Die Herbert Quandt-Stiftung beschäftigt sich seit längerem intensiv mit dem Thema „Die Zukunft der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland“. - Letztere ist bislang in der öffentlichen Debatte wenig berücksichtigt worden, obwohl sie in jeder demokratisch verfassten Gesellschaft eine tragende Rolle als Motor sowie auch als Stütze spielt. - Wie steht es also um die gesellschaftliche Mitte in Deutschland? Sind ihre viel beschworenen Abstiegsängste und Verunsicherungen gerechtfertigt? Die Herbert Quandt-Stiftung hat dazu eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht.

Die Studie liefert erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine empirisch fundierte Bestandsaufnahme zu Definition, Lage und Funktion der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland vor. Die Herangehensweise erfolgte aus drei verschiedenen fachwissenschaftlichen Perspektiven: ökonomisch, zeitgeschichtlich, soziologisch. Als Autoren gewann die Stiftung den Volkswirt und Arbeitsmarktforscher Dr. Martin Werding (ifo-Institut, München), den Zeit- und Sozialhistoriker Prof. Paul Nolte (FU Berlin) und den Soziologen Prof. Stefan Hradil (Universität Mainz).

Das Buch:

Herbert-Quandt-Stiftung (Hg.), „Zwischen Erosion und Erneuerung. Die gesellschaftliche Mitte in Deutschland. Ein Lagebericht“, mit Beiträgen von Paul Nolte und Dagmar Hilpert, Stefan Hradil und

Holger Schmidt, Martin Werding und Marianne Müller, Frankfurt/Main 2007, ISBN 978-3-7973-1040-8, 19,90€

Schwerpunktthema „Die Zukunft der gesellschaftlichen Mitte“ im Internet:

www.herbert-quandt-stiftung.de

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden (Eingang: Landhausstraße)

Referenten

  • Dr. Albrecht Graf von Kalnein
    • Geschäftsführender Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung
  • Stanislaw Tillich MdL
    • Ministerpräsident des Freistaates Sachsen
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies
    • Präsident der Humboldt-Universität Berlin

Publikation

Stanislaw Tillich spricht zu „Anspruch auf Bildung!?“
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Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
Anspruch auf Bildung? - Zwischen Instrumentalisierung und Emanzipation

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