Vortrag

Auf einmal gehörten wir nicht mehr dazu: Eine jüdische Kindheit und Jugend in Dresden

Zeitzeugengespräch mit Henny Brenner

An diesem Abend wollen wir mit der jüdischen Zeitzeugin Henny Brenner über ihre Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus reden

Details

Das jüdische Leben in Sachsen war vor 1933, insbesondere in den Großstädten Dresden und Leipzig, fest verankert. So zählte die Israelische Religionsgemeinschaft Dresden um 1900 etwa 5400 Mitglieder. Durch den Holocaust verschwand es fast vollkommen aus dem Stadtbild. Während der Novemberpogrome wurde zuerst die Dresdner Synagoge zerstört. Ab 1942 begann die Deportation der letzten hier verbliebenen Juden.

Henny Brenner, gebürtige Dresdnerin und Tochter einer Jüdin und eines Protestanten ist eine der letzten Zeitzeugen, die die Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Dresden überlebte. Nach den NS-Rassegesetzen als „gemischt-rassische privilegierte Familie“ eingestuft, werden Henny Brenner und ihre Eltern zum Ziel von Schikanen und Ausgrenzung. Im Juli 1941 wird sie zur Zwangsarbeit verpflichtet. Der für den 16. Februar 1945 geplanten Deportation entgeht sie nur durch die Bombardierung Dresdens - der Zerstörung ihrer Heimatstadt. In den Wirren gelingt es ihr, gemeinsam mit den Eltern bis Kriegsende unterzutauchen. Ihre bewegende Geschichte hat sie in dem Buch "Das Lied ist aus. Ein jüdisches Schicksal in Dresden" niedergeschrieben. Persönliche Dokumente – darunter auch ihren Deportationsbefehl - hat sie dem Stadtmuseum Dresden zur Verfügung gestellt.

Jährlich erinnert der 13. Februar nicht nur an das Schicksal der Stadt, sondern auch an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und das Verbrechen des von Deutschland ausgegangenen Krieges. Zweifellos zählen die Luftangriffe auf Dresden zu den verheerendsten im Zweiten Weltkrieg. Doch der Mythos der „unschuldige Stadt“ ist nicht zutreffend. Auch Dresden war ein Ort der Kriegsvorbereitung, der Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.

Mit der Zeitzeugin Henny Brenner wollen wir über dieses Kapitel der Stadtgeschichte ins Gespräch kommen.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kreuzgymnasium statt. Für externe Gäste ist eine Anmeldung über das Politische Bildungsforum Sachsen erforderlich.

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Veranstaltungsort

Evangelisches Kreuzgymnasium, Aula, Dornblüthstr. 4, 01277 Dresden

Referenten

  • Henny Brenner
    Kontakt

    Dr. Joachim Klose

    Dr

    Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

    joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
    Kontakt

    Kerstin Brockow

    Kerstin Brockow bild

    Sekretärin/Sachbearbeiterin Politisches Bildungsforum Sachsen

    kerstin.brockow@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
    Henny Brenner vor dem Dresdner Zwinger (privat) Henny Brenner