Vortrag
storniert

Gerechtigkeitstheorien im Wandel der Zeit

Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Was ist gerecht?"

Im Rahmen der Reihe "Was ist gerecht?"

Details

„Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat“,

lautet das bekannteste Missverständnis der Friedlichen

Revolution. Gerechtigkeit ist zwar ein hehres Ziel, aber

kaum jemand kann sagen, was man darunter versteht.

Menschen haben eher ein gutes Gespür für Ungerechtigkeiten.

Gerecht ist das, was als gerecht empfunden wird.

Es hängt also von unseren Wertvorstellungen ab, wie

Gleichberechtigung, das Gebot der Nachhaltigkeit, die

Zukunft der Arbeit oder die Solidarität zwischen den

Generationen betrachtet werden.

Seit der Antike fordert die Tugend der Gerechtigkeit, dass

jedem das ihm Gemäße zukommt und er dieses als Recht

beanspruchen kann. Gerechtigkeit hat immer mit Verteilung

und gesellschaftlichem Ausgleich zu tun. Unter Gerechtigkeit

in der Gesellschaft verstand man dann das Prinzip einer

ausgleichenden Ordnung im Rahmen von Normen und

Gesetzen. Wurden diese von einem absolutistischen

Herrscher vorgegeben, war der Einzelne auch von dessen

Interessen abhängig. Da Gerechtigkeit auf Erden so nicht

zu erwarten war, hoffte man auf das Jüngste Gericht.

Wenn heute die soziale Gerechtigkeit besonders betont

wird, entspringt das dem unerfüllbaren Wunsch nach der

Gleichverteilung des irdischen Glücks. „Soziale Gerechtigkeit

ersetzt das Heilige“, schreibt der Philosoph Norbert Bolz.

Das führt zur Zerstörung von Freiheit und Kreativität. Was

ist uns wichtiger: das Wohl der Gemeinschaft oder individuelle

Selbstverwirklichung? Alles, was eine vernünftige Politik

tun kann, ist Ungerechtigkeiten zu lokalisieren und Verfahren

zu entwickeln, diese zu lindern.

Gibt es noch ein gemeinsames Gerechtigkeitsverständnis in

unserer Gesellschaft? Wie aktuell sind Gerechtigkeitstheorien?

Sind unsere Wertvorstellungen geeignet, die Welt im

21. Jahrhundert zu gestalten?

Zusammen mit den Referentinnen und Referenten möchten

wir in der Reihe „Was ist gerecht?“ diesen Fragen nachgehen.

Dazu sind Sie herzlich eingeladen.

Dr. Joachim Klose

Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

für den Freistaat Sachsen

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus
Wilsdruffer Str. 2,
01067 Dresden
Deutschland
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Anfahrt

Referenten

  • Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
    • Fakultät für Philosophie
      • Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Ludwig-Maximilians-Universität München
    Kontakt

    Dr. Joachim Klose

    Dr

    Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

    joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
    Kontakt

    Florian Hofmann

    Vortragsreihe "Was ist gerecht?" Friedemann Brause