Vortrag

Überholen ohne Einzuholen - Die Planbarkeit von Kreativität und das Scheitern der Planwirtschaft

Im Rahmen der Ringvorlesung "Wie schmeckte die DDR?"

In Kooperation mit dem Freistaaat Sachsen, der TU Dresden und dem Stadtmuseum Dresden

Details

Artikel und Bücher sind über die DDR geschrieben worden, einzelne Aspekte des Systems wurden intensiv analysiert und trotzdem hat man das Gefühl, dass sich das Phänomen „DDR“ einer gerechten Wahrnehmung zunehmend entzieht.

Einerseits neigt ein Großteil der ehemaligen DDR-Bürger zur Verklärung der Vergangenheit. Im Verhältnis zur Gegenwart scheint dann die Vergangenheit ein geradezu erstrebenswerter Zustand gewesen zu sein. Andererseits legt die Bewertung und Aufarbeitung der DDR ihren Fokus auf die verdrängten Teile der Diktaturerfahrung. Sie will und soll bewusst machen, wie verbrecherisch geschlossene Ssysteme werden können, wenn jede Form einer externen Normierung verloren geht. Wenn man als ehemaliger DDR-Bürger ausschließlich mit diesen Fakten konfrontiert und identifiziert wird, fühlt man sich missverstanden.

Beide Haltungen: Relativierung und Dämonisierung, präsentieren die extremen Pole des Umganges mit der DDR-Erfahrung. Sie werden dem damaligen Alltagserleben nicht gerecht. Nicht jeder lebte in ständiger Angst und dem Bewusstsein des totalen Überwachungsstaates. Das DDR-System war ein Ideologieschwellensystem, das besonders aktiv wurde, wenn man sich nicht systemkonform verhielt. Dann offenbarte es allerdings alle Dimensionen

eines totalitären Staates. Die (Lebens)Kunst des Einzelnen bestand darin, minimale Kompromisslinien zu finden und nicht vorauseilenden Gehorsam zu leisten. Deshalb wird es notwendig, Gewissenserforschung zu betreiben und sich zu erinnern, wie die DDR war und wie sie erlebt wurde.

Wir sollten beginnen, uns unsere Biographien zu erzählen!

Dr. Joachim Ragnitz (Jg. 1960) studierte in Köln Volkswirtschaftslehre und promovierte in Wirtschafts- und Sozialwissenschaft. Er war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln und 15 Jahre Abteilungsleiter am Institut für Wirtschaftsforschung in Halle. Seit 2007 ist er Stellvertretender Geschäftsführer ifo Institutes Dresden für Wirtschaftsforschung. Der Focus seiner Forschungen liegt auf Ostdeutschland. Ragnitz leitete verschiedene institutionenübergreifenede Projekte zu Themen wie etwa „Demographische Entwicklung in Ostdeutschland – Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte“ und „Die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern im internationalen Standortvergleich“.

Dr. Hans Fischer studierte an der TU Dresden Informatik und Messtechnik. Nach seiner Promotion war er ab 1976 als Entwicklungsingenieur in der Industrie tätig und leitete ab 1988 als Geschäftsführer mehrere Firmen der Elektrotechnik- und Maschinenbau-Branche. 1991 trat Herr Fischer dem Vorstand der deutschen MTM-Vereinigung bei und war von 1996 bis 1999 dessen Vorsitzender. Seit 1999 ist er Geschäftsführer von MTM. MTM steht für Methods-Time-measurement und ist ein Konzept, um Arbeitsabläufe und Fertigungsprozesse aufeinander abzustimmen und zu optimieren. Dr. Hans Fischer möchte die deutsche MTM weltweit als wichtigste Norm etablieren.

Die Ringvorlesung findet zunächst bis zum 3. Februar 2009, immer Dienstag um 20.00 Uhr, im Festsaal des Stadtmuseums Dresden statt. Auf Wunsch senden wir Ihnen gern den Flyer zur Reihe mit allen Terminen und Themen in der Übersicht zu.

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden, Eingang: Landhausstraße

Referenten

  • Dr. Joachim Ragnitz
    • Dresden
  • stellvertretender Geschäftsführer des ifo-InstitutesDr. Hans Fischer
    • Deutsche MTM-Vereinigung

Publikation

Staatsgelenkte Wirtschaft ist ein Irrweg: Stellvertretender Geschäftsführer des ifo-Institutes über die DDR-Wirtschaft
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Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
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