Vortrag

Uniformität des Mangels - Mode zwischen Selbst- und Fremdnormierung

Im Rahmen der Ringvorlesung „Wie schmeckte die DDR?“

Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen, der TU Dresden und dem Stadtmuseum Dresden

Details

Artikel und Bücher sind über die DDR geschrieben worden, einzelne Aspekte des Systems wurden intensiv analysiert und trotzdem hat man das Gefühl, dass sich das Phänomen „DDR“ einer gerechten Wahrnehmung zunehmend entzieht.

Einerseits neigt ein Großteil der ehemaligen DDR-Bürger zur Verklärung der Vergangenheit. Im Verhältnis zur Gegenwart scheint dann die Vergangenheit ein geradezu erstrebenswerter Zustand gewesen zu sein. Andererseits legt die Bewertung und Aufarbeitung der DDR ihren Fokus auf die verdrängten Teile der Diktaturerfahrung. Sie will und soll bewusst machen, wie verbrecherisch geschlossene Systeme werden können, wenn jede Form einer externen Normierung verloren geht. Wenn man als ehemaliger DDR-Bürger ausschließlich mit diesen Fakten konfrontiert und identifiziert wird, fühlt man sich missverstanden.

Beide Haltungen: Relativierung und Dämonisierung, präsentieren die extremen Pole des Umganges mit der DDR-Erfahrung. Sie werden dem damaligen Alltagserleben nicht gerecht. Nicht jeder lebte in ständiger Angst und dem Bewusstsein des totalen Überwachungsstaates. Das DDR-System war ein Ideologieschwellensystem, das besonders aktiv wurde, wenn man sich nicht systemkonform verhielt. Dann offenbarte es allerdings alle Dimensionen

eines totalitären Staates. Die (Lebens)Kunst des Einzelnen bestand darin, minimale Kompromisslinien zu finden und nicht vorauseilenden Gehorsam zu leisten. Deshalb wird es notwendig, Gewissenserforschung zu betreiben und sich zu erinnern, wie die DDR war und wie sie erlebt wurde.

Wir sollten beginnen, uns unsere Biographien zu erzählen!

Prof. Dr. Eva Mahn (Jg. 1947) lebt in Halle (Saale) und ist Kunstwissenschaftlerin, Hochschullehrerin und Fotografin. Nach ihrem Studium in Greifswald und Leipzig begann sie eine Tätigkeit als Künstlerisch-Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design. Intensive Erfahrungen in der Mode-Industrie der DDR erwarb Eva Mahn während ihrer nebenberuflichen Arbeit als Model für verschiedene Modezeitschriften. Zudem befasste sie sich intensiv mit fotografischer Kunst. Heute ist Eva Mahn neben ihrer Beschäftigung als Dozentin an der Hochschule Giebichenstein vor allem als Kuratorin und Jurorin zahlreicher künstlerischer Wettbewerbe bekannt.

Die Ringvorlesung findet zunächst bis zum 3. Februar 2009, immer Dienstag um 20.00 Uhr, im Festsaal des Stadtmuseums Dresden statt. Auf Wunsch senden wir Ihnen gern den Flyer zur Reihe mit allen Terminen und Themen in der Übersicht zu.

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden, Eingang: Landhausstraße

Referenten

  • Dr. Eva Mahn
    • Halle
  • Kunstwissenschaftlerin
    • Dozentin an der Burg Giebichenstein
    • ehemaliges Model in der DDR
    • Fotografin

Publikation

Schlechtes Material - hohe Kreativität: Mode in der DDR
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Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
Uniformität des Mangels - Mode zwischen Selbst- und Fremdnormierung