Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Das Ende von „Françafrique“?

Eine afrikanische Reaktion auf die französische Präsidentschaftswahl

Am 7. Mai 2017 gewann Emmanuel Macron mit 66,1 Prozent der abgegebenen Stimmen die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl gegen die Spitzenkandidatin des « Front National », Marine Le Pen (33,9 Prozent). Wie das Wahlergebnis im traditionell engsten Partnerland Frankreichs in Afrika, dem Senegal, aufgegriffen wird und welche Erwartungen an die französische Afrikapolitik gerichtet sind, beleuchtet dieser Artikel.

Senegambia 2.0?!

Wiederentdeckung einer gescheiterten Staatlichkeit

Das kleinste Land Afrikas, Gambia, lässt auf die Euphorie nach dem Wahlsieg Adama Barrows über den 22 Jahre herrschenden Diktator Jammeh nun auch Taten folgen. Das Land öffnet sich außenpolitisch und stößt innenpolitisch zahlreiche Reformen an. Dabei ist die enge Partnerschaft mit dem größeren Nachbarland Senegal auffällig. Inzwischen wird sogar offen diskutiert, ob die 1989 aufgehobene Konföderation zwischen beiden Länder wiederbelebt werden könnte.

"Gambia is back"

Die Stabilität Gambias liegt im Interesse Senegals

Am 1. Dezember 2016 fanden Präsidentschaftswahlen im vom Senegal umgebenen Gambia statt. Nachdem der Wahlgewinner Adama Barrow am 19. Januar 2017 in der Botschaft Gambias im Senegal vereidigt wurde und am 26. Januar sein Amt in Banjul antrat, bleibt die Frage nach den regionalen Lehren dieses Machtwechsels. Nach 22 Jahren Diktatur möchte Barrow das Land öffnen und ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen zum Senegal aufschlagen.

Referendum bestätigt Macky Sall nur knapp

Die Senegalesen haben sich am 20. März 2016 knapp für die Verfassungsreform ihres Staatspräsidenten Macky Sall ausgesprochen. Gemäß Hochrechnungen verschiedener öffentlicher wie privater Medien haben etwa 62,9 Prozent der Wähler mit JA gestimmt und 37,11 Prozent mit NEIN. Mit nur 40,42 Prozent lag die Wahlbeteiligung der über 5 Millionen Stimmberechtigten jedoch deutlich unter-halb des Niveaus der letzten Präsidentschaftswahl 2012.

Macky Sall bleibt sieben Jahre

DIE 2012 VERSPROCHENE VERKÜRZUNG DES PRÄSIDENTENMANDATS AUF 5 JAHRE BLEIBT AUS – HEFTIGE REAKTIONEN IM LAND

Am 16. Februar 2016 hat Staatspräsident Macky Sall angekündigt, dass seine Amtszeit nun doch sieben Jahren betragen werde. Sie werde nicht auf fünf Jahre verkürzt wie er während seines Wahlkampfes 2012 versprochen hatte. Die Entscheidung wurde durch den senegalesischen Verfassungsrat herbeigeführt. Von vielen wird Macky Sall ob seines ehrlichen Einsatzes bis zu allerletzt für die Mandatsverkürzung gelobt. Aktivisten der Zivilgesellschaft und die politische Opposition werfen ihm hingegen politisches Kalkül vor.

Minen und Ressourcen in Senegal: Reich und doch arm

Ein Artikel in den KAS Auslandsinformationen

Senegal ist ein von der Natur gesegnetes Land: Gold, Eisen, Marmor,Phosphat, Titan, Zirkon und Erdöl sind auf dem Weltmarktbegehrte Ressourcen. Ihre Förderung und Verarbeitung kann das Land zu einer aufsteigenden Wirtschaftsmacht in Afrika machen. Die sozial verantwortliche Umsetzung dieser Pläne ist von großer Bedeutung für die Stabilität des Landes. Die Gratwanderung zwischen dem erhofften Wirtschaftsboom und einer sozial gerechten Umverteilungsstrategie der Gewinne im Sinne der nachhaltigen, ausgeglichenen und umweltverträglichen Entwicklung sind eine Herausforderung für die Regierung.

Der Prozess von Hissène Habré

Ein Wendepunkt in der internationalen Justiz?

„Nieder mit dem Imperialismus, nieder mit dem Neokolonialismus!“ Hissène Habrés Auftreten am ersten Prozesstag verrät alles über seine Verteidigungsstrategie. Von der europäischen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, steht der 72-jährige ehemalige Präsident des Tschad im Zentrum eines in der Geschichte bisher einmaligen Gerichtsverfahrens. Auf dem Spiel steht nicht nur die Vergangenheitsbewältigung einer vom Bürgerkrieg gezeichneten Nation, sondern auch die Zukunft der internationalen Justiz.

Reaktionen auf das Charlie-Attentat in Senegal

Von der Verurteilung des Terrorismus zur Reflexion über Verantwortung von Medien und Politik

Das Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 in Paris hat in Senegal eine Welle von Reaktionen des Entsetzens, der Trauer und der Solidarität hervorgerufen. Der Staatschef Macky Sall, viele gewählte Vertreter und fast alle Medien verurteilen das Attentat. Muslimische und christliche Instanzen verurteilten die Gewalt – mahnten jedoch auch einen verantwortlichen Umgang mit Medien und Respekt vor der Religion an. Besondere Beachtung findet die Frage, ob religiös motivierter Terrorismus auch in Senegal Fuß fassen könnte.

Lokale Wahlen, nationale Konsequenzen

Premierministerin nach Wahlniederlage des Amtes enthoben, sechs Minister folgen

Die Lokalwahlen in Senegal sollten ein Popularitätsbarometer für den Staatspräsidenten Macky Sall sein – die Ergebnisse glichen jedoch einem Erdbeben, das die politische Grundfeste der Regierungskoalition wanken ließ. 15 von 19 Hauptstadtbezirken in Dakar gingen an die Opposition. Die Premierministerin Aminata Touré wurde in ihrem eigenen Wahlkreis geschlagen und postwendend ihres Amtes enthoben, mit ihr ging auch gleich ein Teil der Regierung. Auch im Landesinneren konnte die Partei des Staatschefs sich nur mühsam behaupten.

Lokalwahlen in Senegal 2014, ein Prüfstein für den Präsidenten

Die Lokalwahlen gelten als Barometer und Kompass für Regierung und Opposition

Die Lokal- und Kommunalwahlen am 29. Juni 2014 stehen im Zentrum des öffentlichen Interesses in Senegal. Im März sollten sie stattfinden, wurden dann jedoch wegen der noch nicht abgeschlossenen Dezentralisierungsreform um ein halbes Jahr verschoben. Am 30. April mussten die Kandidatenlisten vorliegen, sie offenbaren zwar die Zentrifugalkraft der Regierungspartei APR, aber auch deren starke Zersplitterung auf lokaler Ebene. Zersplitterte Parteienlandschaft, umstrittene Dezentralisierungsreform, enttäuschte Hoffnungen: so sind die Lokalwahlen ein Barometer für Regierung und Opposition.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.