Seminar

„Die Rolle gläubiger Frauen in der modernen Gesellschaft“

Seminar-Kloster Soko Grad, 14-16 Oktober 2011

Die Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte in Zusammenarbeit mit der Kulturgesellschaft „Gajret“, welche unter der Schirmherrschaft der islamischen Gemeinschaft Serbiens tätig ist,

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und dem Fonds „Sveti Kirilo i Metodije“ beim Christlichen Kulturzentrum aus Belgrad im Kloster des Heiligen Nikolaus in Soko Grad ein Seminar zum Thema „Die Rolle gläubiger Frauen in der modernen Gesellschaft“, welches vom 14. – bis 16. Oktober 2011 stattfand.

Das Ziel der Veranstaltung lag darin, gläubige Frauen zu versammeln und einen Austausch über das besagte Thema zu ermöglichen. Ferner sollten sie die Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit und ihres aktiveren Einsatzes in der Gesellschaft erwägen. Es wurden Ideen darüber ausgetauscht, auf welche Weise gläubige Frauen mit ihrem eigenen Beispiel in der Gesellschaft auf deutlichere Weise Zeugnis über die Nächstenliebe ablegen können, welche Wege und Möglichkeiten zur Förderung des Zusammenlebens in einer multiethnischen und multikonfessionellen Gesellschaft bestehen, wie es um unser Zusammenleben bestellt ist und wie sie sich selbst - unter den Umständen einer drastischen Säkularisierung und Missachtung von traditionellen ethnischen Werten - aktiver für die Bewahrung der menschlichen Würde einsetzen können. Es wurde darüber gesprochen, was gläubige Frauen unternehmen können, damit die grundlegenden menschlichen Werte, auf welchen die gesamte bisherige Kultur und Zivilisation gründen, nicht verworfen und missachtet werden, über die Rolle der Frau als „Säule der Familie“ und Erzieherin der Nachwuchsgenerationen, über das Engagement der Frauen in der Gesellschaft und in ihren eigenen Glaubensgemeinschaften.

Die Seminarteilnehmerinnen waren Vertreterinnen der traditionellen Kirchen und Religionsgemeinschaften: der Serbischen orthodoxen Kirche, der Römisch-katholischen Kirche, der Islamischen Gemeinschaft Serbiens und der Jüdischen Glaubensgemeinschaft. Im ersten Seminarteil wurden Vorträge zum Thema „die Rolle gläubiger Frauen in der modernen Gesellschaft“ vor dem Hintergrund der jeweils erwähnten Glaubensgemeinschaft vorgetragen (es referierten Vera Novaković aus der Römisch-katholischen Kirche, Lejla Alomerović aus der Islamischen Gemeinschaft Serbiens, Gordana Todorić aus der Jüdischen Gemeinschaft und Ksenija Končarević aus der Serbischen orthodoxen Kirche).

Der Gastgeber der Veranstaltung, Seine Eminenz der Bischof von Šabac, Lavrentije (Trifunović), begrüßte die Telnehmerinnen und verwies vor allem auf die Aktualität des Veranstaltungsthemas. Seinen Worten nach ist die Rolle der Frau von unschätzbarem Wert, sowohl für die Familie als auch für die Glaubensgemeinschaft, welcher diese angehört, aber auch für die Gesellschaft und den Staat in denen sie lebt. Bischof Lavrentije erinnerte daran, dass die Frau früher einmal lediglich für den Haushalt und die Kindeserziehung verantwortlich war, und dass sie heute zudem auch selbst verdienen und sich mit vielen weiteren Betätigungen befassen müsse. „Es wäre wünschenswert, die heutige Frau auf irgendeine Weise zu entlasten“, schloss der Bischof. Die Seminarteilnehmerinnen sprachen ferner auch über das Verhältnis zwischen der heutigen Emanzipation der Frauen und deren führender Rolle in der traditionellen Familie.

Bereiche, in denen die Frauen sich laut einer abschließenden Feststellung engagieren können, wären folgende: Förderung der Zusammenarbeit zwischen Religionslehrerinnen verschiedener Religionsgemeinschaften, sowie deren Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, die das Fach bürgerliche Erziehung unterrichten; Veranstaltung von Seminaren für Oberschüler in Zusammenarbeit mit Schülerparlamenten und der Pädagogischen Gesellschaft Serbiens zum Thema Toleranz, Zusammenleben, Kennenlernen von verschiedenen Religionsgemeinschaften und Traditionen; im Rahmen des Religionsunterrichts - organisierte Besuche von Kindern in Altersheimen, Kindernotunterkünften, Aushilfe in Volksküchen; Besuche von gläubigen Frauen in Frauengefängnissen, Engagement für die Berücksichtigung von Ernährungsregeln der Religionsgemeinschaften in den Studentenmensen u. A.

Abschließend wurde festgestellt, dass sich die gläubigen Frauen auch weiterhin periodisch treffen, miteinander Zeit verbringen und zusammenarbeiten sollen, um mit ihrem Beispiel Zeugnis über Gemeinschaft, Zusammenleben, Offenheit und Liebe gegenüber dem Nächsten abzulegen - und dies nicht nur in Belgrad, vielmehr soll sich ein entsprechendes Netz auch auf die Städte im Landesinneren ausbreiten. Da zur Ausrichtung von Veranstaltungen bestimmte Organisationen als deren Initiatoren erforderlich sind, wurde festgehalten, dass über die Konrad-Adenauer-Stiftung, den Fonds „Ćirilo i Metodije“ und „Gajret“ bei verschiedenen Fonds Projektanträge eingereicht werden können.

Vereinbart wurde, dass bis zum Ende des laufenden Jahres ein paar Kulturveranstaltungen abgehalten werden sollen: eine Ausstellung kalligraphischer Arbeiten von Lejla Alomerović an der Orthodoxen theologischen Fakultät in Belgrad und in anderen Städten, Beteiligung von gläubigen Frauen am Beiramfest in der Bajrakli Moschee in Belgrad, ein Meša Selimović- Leseabend in Novi Sad, ein Konzert der Chöre sämtlicher traditioneller Religionsgemeinschaften in mehreren Städten, ein Besuch in der Milena Pavlović-Barili- Galerie in Požarevac.

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Veranstaltungsort

Soko Grad

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Jelena Jablanov Maksimović

Jelena Jablanov Maksimović bild

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