Seminar

„Parlamentarische Demokratie und Parteien“

In Rahmen der Seminarreihe zur Förderung politisch aktiver Frauen in Montenegro organisierte die Konrad Adenauer Stiftung in Zusammenarbeit mit der Eduardo-Frei-Stiftung aus den Niederlanden sowie dem montenegrinischen Gleichstellungsbüro,

Details

am 15.-17. Mai 2009 in Budva – Bečići das erste Seminar. Die Veranstaltung hatte das Thema „Politische Parteien -Politische Ideologien“ und fand in Form eines Trainings statt. Am Training nahmen 28 politisch aktive Frauen der parlamentarischen Parteien Montenegros teil.

Politisch aktive Frauen sind in Montenegro leider immer noch eine Ausnahme. Die Wahlen vom 29. März 2009 bewiesen dies. Nicht einmal 10% der gewählten Parlamentsabgeordneten sind Frauen. Die traditionellen Stereotypen über die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau und das mangelnde Selbstbewusstsein sind die Haupthindernisse der hiesigen Frauen.

Vor diesem Hintergrund ist die Frauenförderung in Montenegro eine wichtige Aufgabe und eine bedeutuende Herausforderung, um in diesem Transitionsland eine harmonische gesellschaftliche Enwicklung zu sichern.

In einem Umfeld, in dem sich nur wenige Frauen trauen, öffentlich aufzutreten und für ihre Interessen und Überzeugungen einzustehen, kann eine größere Teilnahme von Frauen in der Politik nur durch die Verbesserung ihres politischen Wissens und ihrer politischen Fertigkeiten erreicht werden. Die drei oben genannte Partner wollen mit ihrer intensiven politischen Bildung der montenegrinischen Frauen zwei wichtige Ziele erreichen:

- Ermutigung der Frauen, durch Förderung ihres politischen Wissens ihre passive Beziehung zur Politik zu ändern und Führungsverantwortung zu übernehmen.

- Verbesserung ihres öffentlichen Auftritts durch Stärkung ihres Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins und Vermittlung von Kommunikationsfähigkeiten.

Im ersten Training zum Thema „Politische Parteien - Politische Ideologien“ vermittelten die Trainer der Eduardo-Frei- Stiftung aus den Niederlanden, Herr Jos Denissen und Herr Jan Mulder, wertvolle Informationen und Kenntnisse zu folgenden Themenbereichen: Grundwerte der Demokratie, Rolle der Parteien in demokratischen Staaten, Parteienprofilierung und dazugehörige unterschiedliche politische Ideologien, Konservativismus und christliche Demokratie, EU-Frauenpolitik.

Schon im Meinungsaustauch nach der ersten Präsentation zum Thema „Grundwerte der Demokratie“ kamen die geringen Kentnisse der Teilnehmerinnen zum Vorschein. Der intensive Dialog mit den Trainern ermöglichte mehr Klarheit und ein besseres Verständnis zu diesem Thema.

Das Thema „Parteienprofilierung und dazugehörige unterschiedliche politische Ideologien“ war ebenfalls sehr bedeutsam, denn bei den meisten Teilnehmerinnen gab es auch in diesem Bereich wesentliche Unklarheiten. Oft ließ sich eine gewisse Desorientierung hinsichtlich der eigenen politischen Position feststellen. Dies macht deutlich, dass die Verbundenheit zu ihrer Partei nicht unbedingt auf ideologischen Werten beruht, sondern vielmehr auf Grund nationaler oder sozialer Werte besteht. Deshalb war es wertvoll für die Frauen zu erfahren, was die unterschiedlichen Ideologien kennzeichnet und worin die wahren Unterschiede zwischen ihnen bestehen.

Mit der Präsentation von Herrn Mulder zum Thema „EU-Frauenpolitik“ wurde der thematische Inhalt des Trainings optimal ergänzt.

Im folgenden Workshop hatten die Teilnehmerinnen, in Gruppen aufgeteilt, die Aufgabe, zu konkreten Themen ihr Parteiprogramm auszuarbeiten und danach zu präsentieren. Auch hier kam der Mangel an Wissen zu politischen Ideologien zum Ausdruck. Wenige verstanden es, das Profil der eigenen Partei in das von ihnen erarbeitete Programm einzubauen. Die Bewertung der Präsentationen, die Herr Denissen und Herr Mulder bei Abschluss des Trainings vornahmen, war ebenfalls wertvoll für die Frauen, denn sie konnten dabei lernen, wo ihre Defizite, nicht nur im Wissen sondern auch im Auftritt, lagen.

Der Umstand, dass die Trainer der Eduardo- Frei-Stiftung, Herr Denissen und Herr Mulder, Vorkenntnisse zu dieser Region hatten, war sehr vorteilhaft bei der gesamten Gestaltung ihrer Präsentationen, sowie im Austauch und in den Diskussionen mit den Teilnehmerinnen.

Durch die gute inhaltliche Bearbeitung der Themen und die interaktive Arbeitsweise wurde den Teilnehmerinnen eine umfangreiche Bildungsmöglichkeit verschafft.

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Veranstaltungsort

Budva, Becici

Kontakt

Sanija Šljivančanin

Sanija Šljivančanin bild

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