Diskussion

Christentum und Demokratie zwischen Antagonismus und Möglichkeiten II

In der Bibliothek der Konrad Adenauer Stiftung fand das zweite Rundtischgespräch zum Thema Christentum und Demokratie – zwischen Antagonismus und Möglichkeiten statt in Organisation der Konrad Adenauer Stiftung,

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des Christlichen Kulturzentrums und des Zentrums für offenen Dialog.

An diesem Rundtischgespräch nahmen 15 Teilnehmer verschiedener Konfessionen und Nationalitäten teil. Die Referenten waren: Milan Sitarski, mag. Nikola Knezevic und Petar Petkovic.

Die Eröffnungsrede hielt Milan Sitarski von der Belgrader offenen Schule zum Thema Die Geschichte der christlichen Demokratie in Europa. Mit einer sehr verständlichen und anspruchsvollen Art sprach Herr Sitarski über die historischen Ursachen und Bedingungen für die Entstehung der christlichen Demokratie mit ihren Anfängen im Mittelalter, über die Zeiten der Revolution mit einem besonderen Blick auf Frankreich bis zu den Päpstlichen Enzykliken, die die Grundsteine der christlichen Demokratie gelegt haben. Es wurde auch über die Typologie der politischen Ideologien gesprochen, über ihre Gegensetzlichkeiten, ihre Verbindungen und besonders über die Präsenz der christdemorkatischen Parteien in der modernen europäischen Politik und dem Europäischen Parlament.

Den zweiten Vortrag hielt Mag. Nikola Knezevic aus dem Zentrum für interdisziplinäre religiöse Studien und politische Theologie. Knezevic sprach zum Thema Moderne politische Theologie im Westen. Er sagte, dass die politische Theologie in unserer Öffentlichkeit völlig unbekannt ist. Er sprach auch über ihre grundlegende Definition, ihre Postulate, ihre Geschichte. Der interessanteste Teil bezog sich auf die wichtigen Namen der politischen Theologie wie Dietrich Bonhoeffer, Johann Baptist Metz, Jürgen Moltmann und auf ihre Biographien, ihre Grundvorstellungen und politische, religiöse und ethische Grundsätze und Überzeugungen.

Am Ende des jeweiligen Vortrages haben sich die Teilnehmer eingeschlossen und es entfaltete sich eine sehr lebendige Diskussion. Es ging hauptsächlich um das Parteienleben in Serbien und anderen europäischen Ländern, über die Beziehung zwischen Politik und Moral, über das Aufgeben von politischen Programmen aus pragmatischen Gründen und über die Position der christdemokratischen Parteien an der politischen Szene Europas.

Im zweiten Teil des Rundtischgesprächs, nach dem Mittagessen, hielt der Pressespprecher der DSS, Petar Petkovic, seinen Vortrag. Herr Petkovic hat sich in seinem Vortrag auf die Beziehung der christlichen Demokratie und der Orthodoxie generell konzentriert. Als ein orthodoxer Theologe hat er sich kritisch über die Politk großer christdemorkatischen Parteien geäußert, die dazu führte, die Grundprinzipien der christlichen Demokratie aufzugeben. Es wurde auch über das unausreichende Engagement dieser Parteien gesprochen, die christlichen Werte im neuen europäischen Grundgesetz und die Frage der gleichgeschlechtigen Ehen zu bewahren. Seine Meinung war, dass, was die Orthodoxie angeht, die christliche Demokratie nur dann akzeptabel sein kann, wenn sie ihre christliche Identität und ihre christlichen Werte nicht verletzt. Nach diesem Vortrag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, allen drei Referenten Fragen zu stellen. Es folgte eine lebendige Diskussion, die sich auf die Beziehung der Christen und Moslems in Europa und in den islamischen Ländern bezog, über die Sekularisierung, über die Beziehung zwischen Kirche, Gesellschaft und Politik.

Das zweite Rundtischgespräch in dieser Reihe trug zum noch besseren Verständnis der christlichen Demokratie bei, sowie der polischen Ideologie und der Beziehung des Christentums und der Gesellschaft. Die Teilnehmer kannten sich schon, so dass die Atmosphäre sehr freundlich und angenehm war.

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Veranstaltungsort

Belgrad

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Jelena Jablanov Maksimović

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