Lesung
storniert

***ABSAGE*** „Wilde Jugend 1988“

Lesereihe mit der Autorin Nadja Klier | 21. April bis 23. April 2020

Details

Nadja ist 13 Jahre und lebt mit ihrer Mutter, einer viel beschäftigen Theaterregisseurin in Ost-Berlin.
Ihre beste Freundin Anna und sie sind unzertrennlich. Auf das wachsende Interesse an Jungs folgt das erste Verliebt
sein und die damit verbundenen Schmerzen, wenn es nicht funktioniert.
Ein Jahr später, 1988, wird es eng für Nadjas Familie. Ihre Mutter bekommt Berufsverbot, äußert jedoch weiterhin
ihre systemkritische Meinung zur gesellschaftlichen Situation in der DDR. Es folgt die kontinuierliche Überwachung
durch die Staatssicherheit, inklusive Hausdurchsuchungen. Nadjas Mutter kommt ins Gefängnis. Anna ist für Nadja
da, die von dem Geschehen fast überrollt wird, bis zu dem Moment, an dem Nadjas Familie gezwungen wird, das
Land zu verlassen. Zwei Tage nach ihrem 15. Geburtstag wird sie mit ihrer Familie ausgebürgert. Über Nacht verliert
sie ihr Zuhause, ihre beste Freundin und ihren gesamten Lebensalltag.
Die neue Welt im Westen ist interessant, aber manchmal ist Nadja von ihren eigenen Gefühlen überfordert, denn Sie
weiß nicht, ob und wann sie ihre Freunde in Ost-Berlin Ost-Berlin wiedersieht.
Dann, knappe zwei Jahre später, ist die Grenze auf einmal offen, wie begegnet man dem früheren Leben wieder?
Dieser Konflikt des Loslassens, ein neues Leben zu beginnen, die politischen Probleme der Familie mittragen zu
müssen, das Erwachsenwerden zwischen zwei Welten, die eigentlich eine sein müssten, ist die Geschichte, die hier
auf sehr persönliche Art und mit viel Gefühl und Liebe zum Detail erzählt wird.

Die 1973 in Dresden geborene Fotografin und Autorin Nadja Klier verarbeitet ihre Ausbürgerung aus der DDR im
Jahr 1988 und die damit verbundene Entwurzelung erst knappe 30 Jahre später.
Sie sagt, sie hätte ihre eigene „Unvollständigkeit“ zum ersten Mal gespürt, als ihr Sohn 2009 geboren wurde. Dieses
Gefühl lies sie für mehrere Jahre nicht mehr los, bis sie eine Traumatherapie EMDR machte.
Bis dahin war ihr gar nicht klar, dass sie sich damals im Osten „selbst vergessen“ hat, ihr inneres Kind deshalb nicht
wachsen konnte. Es brauchte weitere drei Jahre und den Impuls durch eine schmerzhafte Trennung, bis sie den verdrängten
Raum in sich fand und begann, ihre Jugendgeschichte aufzuschreiben. Mühelos taucht sie nun ein in die
Sprache und Denkweisen einer Vierzehnjährigen, als sei es erst gestern gewesen.

 

Hier geht es zu einem Interview mit der Autorin Nadja Klier

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Referenten

  • Nadja Klier
    Kontakt

    Thomas Wolf

    Thomas Wolf bild

    Leiter des Regionalbüros Südbaden des Politischen Bildungsforums Baden-Württemberg

    Thomas.Wolf@kas.de +49 761 1564807-2 +49 761 1564807-9