Diskussion

Policy Research for Sustainable Growth

Costs and Benefits of Labor Mobility Between European Union and Georgia

Im Rahmen dieses Projektes werden Forschungsergebnisse und Politikempfehlungen verschiedener wirtschaftspolitischer Analysen der Öffentlichkeit vorgestellt und mit Vertretern von Ministerien und Think Tanks diskutiert.

Details

Zum Auftakt der Präsentationsreihe Policy Research for Sustainable Growth präsentierte die Nachwuchswissenschaftlerin Ia Eradze die Forschungsergebnisse ihres Policypapers "Costs and Benefits of Labor Mobility Between European Union and Georgia" vor interessiertem Fachpublikum.

 

 

Die Studie befasst sich mit den positiven und negativen Auswirkungen von (legaler und illegaler) Arbeitskräftemobilität und Migration im Bezug auf die nachhaltige sozioökonomische Entwicklung Georgiens, und widmet sich hierbei insbesondere der Frage nach den sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer Visaliberalisierung im Zuge einer weiteren Annäherung an die Europäische Union. Fixpunkt von Eradzes Analyse ist dabei der Hauptgedanke "Entwicklung als Freiheit" des Wirtschaftsnobelpreisträgers Amartya Sen, wonach die Vergrößerung der individuellen Freiheiten das eigentliche Ziel von nachhaltiger Entwicklung seien müsse und wirtschaftliches Wachstum nur ein Phänomen dessen sei. Davon ausgehend kommt Eradze nach einer Analyse quantitativer und qualitativer Daten zu dem Ergebnis, dass die sozioökonomischen Nachteile der seit den 1990er Jahren angestiegenen Migration von Georgiern in Nachbarländer und Länder der EU die Vorteile überwiegen. Zwar haben Heimatüberweisungen von Arbeitsmigranten einen direkten positiven Einfluss auf die Konsumausgaben und Rücklagenbildung einzelner Empfängerfamilien, eine signifkante Auswirkung auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum und die Armutsreduzierung konnte Eradze in ihrer Studie jedoch nicht feststellen. Die Nachwuchswissenschaftlerin verwies stattdessen auf die negativen sozialen Begleiterscheinungen von Migration: die Zementierung der sozialen Ungleichheit, geteilte Familien und die Abhängigkeit und Verletzlichkeit der (häufig illegalen) Arbeitsmigranten.

 

 

Hinsichtlich der Auswirkungen einer Visaliberalisierung im Zuge einer weiteren Annäherung an EU verweist die Eradze auf die Gefahr eines Missbrauchs. Die Aufhebung des Visumszwangs für Aufenthalte im Schengengebiet von bis zu 90 Tagen pro Halbjahr berge zwar das Risiko einer legalen Einreise Geringqualifizierter zur Aufnahme eines illegalen Arbeitsverhältnisses. Ein Anstieg der temporären Migration zur Arbeitssuche sei zu erwarten, so die Autorin. Zugleich könne die Visaliberalisierung gerade auch die Mobilität Hochqualifizierter erhöhen und damit einen positiven Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung Georgiens ausüben.

 

 

Die Forschunsergebnisse wurden im Anschluss an die Präsentation in einer lebhaften und sachorientierten Ausprache diskutiert. Ia Eradze stellte sich dabei in einer von Prof. Giorgi Bakradze (GIPA - Georgian Institute of Public Affairs) moderierten Diskussionsrunde den Fragen der interessierten Fachöffentlichkeit und gab den Vertretern der relevanten Ministerien verschiedene Empfehlungen mit auf den Weg. U.a. regte die Nachwuchswissenchaftlerin die Erstellung einer "Skill Machting"-Datenbank von migrationswilligen Personen im Erwerbsalter an, um ein gesteuerte und legale Migration in den europäischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Außerdem empfahl sie eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Strukturen, sowie eine verbesserte Aufklärung der Öffentlichkeit über die Visaliberalisierung.

 

 

Policy Research for Sustainable Growth ist ein Gemeinschaftsprojekt der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Policy and Management Consulting Group (PMCG).

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Veranstaltungsort

Regionalprogramm Politischer Dialog Südkaukasus
(Tiflis)

Chovelidze Street 4 (7th floor),
0108 Tbilisi
Georgien
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Referenten

  • Ia Eradze
    • Prof. Giorgi Bakradze

Publikation

Costs and benefits of labor mobility between European Union and Georgia: Policy Research for Sustainable Growth
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Dr. Canan Atilgan

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