Veranstaltungsberichte

Herstellung von politischer Stabilität und nachhaltigem Frieden in Sinjar

Das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung Syrien/Irak und Masarat für kulturelle und mediale Entwicklung (MCMD) haben sich zum Ziel gesetzt, die besten Visionen und Wege zur Herstellung eines nachhaltigen Friedens im Sindschar zu sammeln, um die irakische Regierung sowie die kurdische Regionalregierung und die internationale Gemeinschaft bei ihren Entscheidungen zu unterstützen, insbesondere vor dem Hintergrund des jüngsten Sinjar-Abkommens zwischen der irakischen Regierung und der kurdischen Regionalregierung.

Die Gräueltaten von ISIS gegen die jesidische Gemeinschaft haben unermesslichen Schaden angerichtet. So wurden laut der Statistiken des Rettungsbüros für entführte Jesiden in Dohuk und des Yazidi Endowment Department in Erbil nach den ersten Angriffen fast 360000 Jesiden vertrieben, 1293 Menschen getötet, 2745 wurden zu Waisen und 6417 entführt (davon 3548 Frauen und 2869 Männer).

Diese Zahlen zeigen, dass die Gruppe stärker als jede andere Minderheit ins Visier genommen wurde, obwohl auch Christen, schiitische Muslime, andere Minderheiten und sogar sunnitische Muslime, die sich ISIS widersetzten, Opfer schrecklicher Gräueltaten wurden. Der Völkermord von 2014 führte zu einer groß angelegten Binnenvertreibung, die einen großen Teil der jesidischen Gemeinschaft dazu zwang, jahrelang in Lagern in der KRI zu leben, ohne eine klare Zukunftsperspektive zu besitzen. Ihnen stehen drei Optionen zur Verfügung; eine Rückkehr nach Sinjar, dauerhafte Ansiedlung im Vertreibungsgebiet oder Migration in andere Länder. Jede dieser Optionen bringt ihre eigenen Herausforderungen und Probleme mit sich, und obwohl sich einige der Vertriebenen für eine dieser Optionen entschieden haben, bleibt das Schicksal der Mehrheit unklar.

Im Rahmen des Projekts wurden fünf Dialogsitzungen in Sinjar, Mosul und Erbil mit 75 jesidischen Aktivisten (davon 25 Frauen, 50 Männer) durchgeführt, die Teilnehmer stellten führende Vertreter der jesidischen Gemeinschaft, politische Aktivisten und Geistliche dar. Aus den Ergebnissen der Sitzungen wurde ein Managementmodell konzipiert und in Form einer Studie veröffentlicht, sowie in Sinjar vorgestellt. In einem zweiten Schritt wurde diese Studie in ein allgemeines Strategiepapier übersetzt, welches der internationalen Gemeinschaft und der irakischen Regierung zur Verfügung gestellt wurde.

Kontakt

Maha Haddad

Maha  Haddad bild

Projektkoordinatorin und –controllerin

Maha.haddad@kas.de 961 1 388 061/62 +961 1 388 064