Workshop

Erster Cyber-Security-Workshop in Ankara zum Thema: “CYBER CAPABILITIES AND THEIR FUTURE USE: CHALLENGES AND STRATEGIC OUTLOOK” 4. bis 6. Dezember 2019, Ankara

Der erste Cyber-Security-Workshop der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Türkei wurde vom 4. bis 6. Dezember 2019 in Ankara unter dem Titel “Cyber Capabilities and Their Future Use: Challenges and Strategic Outlook” abgehalten.

Details

Es war der erste gemeinsame Workshop der KAS Türkei und des Zentrums für Studien zur Wirtschaft und Außenpolitik (EDAM) und behandelte Themen wie künstliche Intelligenz, die Zukunft der Kriegsführung, Cybersicherheit und kritische Infrastruktur sowie wirtschaftliche Chancen.

Die erste Paneldiskussion mit dem Titel „Future Applications and Artificial Intelligence – The Future of Warfare” widmete sich der These, dass Cyber-Kriege die fünfte Dimension allgemeiner Kriegsführung ausmachen. Cyber-Technologien würden nicht nur die Art verändern, wie Kriege geführt werden, sondern darüberhinaus allen anderen Kriegsdimensionen – ob zu Land, Wasser oder in der Luft – eine weitere Ebene hinzufügen. In Zukunft werde die Verbreitung autonomer Waffen das Schlachtfeld gänzlich verändern, da Menschen zunehmend zweitranging oder vollkommen durch eigenständige Maschinen ersetzt würden. In Industrie- und manchen Entwicklungsländern sei die nächste Generation der Kriegsführung schon dabei, Teil des Curriculums von Militäruniversitäten zu werden.

KI, Roboter und Cyber schafften zudem auch eine neue Form der Geopolitik. Diese werde von Computerrechenstärken, Daten und Infrastruktur bestimmt. Großmächte wie die USA und China dominierten sowohl die Innovation und als auch Nutzung dieser Technologien. Das stelle Mächte mittlerer Größe wie die EU, Indien, Südkorea, die Türkei oder Japan, welche gelichzeitig die Herrschaft über die neuen Technologien anstrebten, vor besondere Herausforderungen. Diese müssten sich zwischen die beiden Tech-Giganten USA und China zwingen.

Auch unser Verständnis von militärischer Stärke sei im Wandel begriffen. Im Cyber-Zeitalter könnten nun auch kleine aber leistungsstarke Bevölkerungen (wie z.B. Estland, Israel oder Singapur) zu dominanten Mächten werden. Mit der Ausbreitung von KI – insbesondere in der strategischen Planung – verändere sich das Verhältnis zwischen Größe und Macht eines Landes. Traditionell bestünden Kriege aus zwischenstaatlichen Konflikten. Nun allerdings würden wir eine Zeit non-linearer Kriegsführung erleben.

Das zweite Panel widmete sich “Cyber Security and Critical Infrastructure”. Cyber-Angriffe stellten auch für den Finanz- und Bankensektor eine fundamentale Bedrohung dar, denn Bankgeschäfte lebten von der Reputation der jeweiligen Institute. Sollte eine Institution aus irgendeinem Grund ihren Ruf verlieren, verlöre sie umgehend auch ihre Kunden. Cyber-Kriminalität sei daher sehr effizient, denn das nötige Know-How dafür werde auf Blogs und in internationalen Chatgruppen verbreitet, so dass Kriminelle schnell von vergangenen Angriffen lernten, ihre Erfahrungen mit anderen teilten und sich in Gruppen organisieren könnten. Bei der Bekämpfung von Cyber-Angriffen gebe es viele Herausforderungen, da es sehr schwierig sei mit der Geschwindigkeit der Hacker mitzuhalten. Diese lernten schnell und seien immer auf der Suche nach Schwächen im System. Gesetzliche Strafen fielen in diesem Bereich bisher sehr niedrig aus und traditionelle Betriebe seien manchmal nicht schnell genug, um Eingriffe zu bemerken. IT-Abteilungen seien oft unzureichend bemannt, um das gesamte digitale Ökosystem zu schützen. Größere Firmen hätten dank ihres größeren Budgets in diesem Bereich mehr Möglichkeiten, aber kleinere Unternehmen stünden der Cyber-Kriminalität wehrlos gegenüber.

Das dritte Panel beschäftigte sich mit dem Thema “AI, Cyber Security and Economic Opportunities”. Die Teilnehmer diskutierten das zentrale Problem mit Blick auf neue Technologien: Sie entstünden immer bevor die nötigen Schutzmechanismen entwickelt würden. Zur Zeit befinde sich das Internet in einem Wandel: das traditionelle Web, mobile Gerätschaften, Clouds – jedes davon schaffe eigene Probleme der Cyber-Sicherheit. Was bisher fehle seien die entsprechenden Ökosysteme für diese Innovationen. Unternehmer würden nicht genug mit einander zusammenarbeiten, was dies betreffe, und es gebe kaum Investitionen in diesem Bereich bisher. Ein weiteres Problem sei, dass Unternehmer das Problem nur aus einer lokalen Perspektive betrachteten, es sich allerdings nicht auf das jeweilige Land und dessen Binnenmarkt begrenze. Eine kritische Masse sei von Nöten, um ein Cyber-Sicherheitsökosystem zu schaffen, das Cybersicherheitsunternehmen in die Lage versetze, global zu agieren. Allerdings forderten Regierungen lokale Datenzentren und Souveränität über ihre Daten, und lehnten es daher ab, dass diese Zentren Teil eines globalen Netzwerkes würden.

Der Workshop endete mit den Danksagungen der Organisatoren an die Referenten und Teilnehmer für ihre bereichernden Beiträge im Rahmen des ersten Cyber-Security-Workshops in Ankara und stimmten überein, dass ein solcher Workshop 2020 wiederholt werden solle.

Zum Kalender hinzufügen

Veranstaltungsort

Ankara