Veranstaltungsberichte

Eine Maghreb-Konföderation zur Verhinderung illegaler Migration?

von Hatem Gafsi

Seminar der KAS und der Temimi-Stiftung

Rückblickend lässt sich festhalten, dass die Regierungen der Maghreb-Länder dem Problem der illegalen Einwanderung in Drittländer nicht ausreichend Beachtung geschenkt, sondern vielmehr die Verantwortung auf andere geschoben haben. Eine Lösung zur Begrenzung der Auswanderung von Jugendlichen aus dem Maghreb könnte in der Schaffung einer „Maghrebinischen Konföderation“ liegen. Solche Fragen und Vorschläge standen im Mittelpunkt eines von der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Temimi-Stiftung vom 24. bis zum 25. März 2016 in Tunis abgehaltenen Seminares.

Internationale politische Umwälzungen haben in der Vergangenheit zu einem Anstieg der illegalen Immigration geführt und die Forderungen nach dem Recht gemehrt, eigenmächtig die Gesellschaftsordnung auszuwählen, in der man zu leben wünscht. Zeitgleich kümmerten Regierungen und politische Parteien sich nicht um die Einhaltung ihrer politischen Versprechen. Ihre einstigen Behauptungen, ein gerechteres und egalitäreres Entwicklungsmodell, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerung Rücksicht nimmt, umzusetzen, blieben meist folgenlos.

Doch auch in den Aufnahmeländern sehen sich die Migranten einer Vielzahl von Herausforderungen ausgesetzt. Immer wieder gibt es Einwanderer, denen es nicht gelingt, sich beruflich und gesellschaftlich zu integrieren. Die wachsende Zahl straffällig gewordener Migranten zeugt von diesem Scheitern. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, einen maghrebinisch-europäischen Dialog zu eröffnen. Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft könnten hierbei eine Vermittlerrolle einnehmen, um gemeinsame Interessen zu definieren und langfristige Lösungen zu erarbeiten.

Ansprechpartner

Dr. Holger Dix

Dr

Leiter des Regionalprogramms Politischer Dialog Subsahara-Afrika

holger.dix@kas.de +27 214 2900 401