Seminar

Innen- und Außenpolitik Chinas

Prof. David Arase von der Johns Hopkins Universität-Nanjing University Center for Chinese and American Studies stellte die Innen- und Außenpolitik Chinas vor. Dieses Seminar ist der zweite Teil einer Themenreihe.

Details

Prof. David Arase, ein amerikanischer Experte an der Johns Hopkins Universität-Nanjing University Center for Chinese and American Studies hielt eine Vorlesung über „Chinas Innenpolitik seit dem 18. Parteitag der CKP und ihre Auswirkungen auf die Außenpolitik Chinas“. Zwei vietnamesische Experten hielten Koreferate: Herr Nguyen Tam Chien ehemaliger Vizeaußenminister und Herr Tran Duc Mau der ehemalige vietnamesische Außenminister in Deutschland. Sechs weitere Teilnehmer gaben ihre Standpunkte und Ideen in die Diskussion.

Prof. Arase erläuterte, dass die chinesische Außenpolitik durch die innere Situation und die Innenpolitik der Regierung bestimmt ist, die wiederum durch die führende politische Figur – Präsident Xi dominiert ist. Xi will eine bipolare Welt schaffen, die China in den Rang des Hauptwettbewerbers gegenüber den USA und in den Rang einer Großmacht erheben würde. Die beiden Großmächte würden sich gegenseitig balancieren, aber kein Verhältnis der Zusammenarbeit aufbauen. Die außenpolitischen Strategien sind die Pfeiler, die China zu dieser Weltmacht machen werden. Zu den regionalen Strategien, die China gegenwärtig nachdrücklich verfolgt gehören die Maritime Seidenstraße (MSR), die AIIB und der Ausbau der chinesischen Grenzprovinzen zu Toren zu den Nachbarländern. Die in der Welt aufmerksam betrachtete Strategie One-Belt-One-Road (OBOR) dient dem Ziel, Macht über andere Länder durch Handel, Infrastrukturentwicklung, Auslandsinvestitionen und gezielte Entwicklungshilfe zu errichten. China möchte außerdem durchsetzen, dass jedes neue asiatische Sicherheitskonzept exklusiv durch die asiatischen Länder bestimmt wird und traditionelle Militärbündnisse darin keine Rolle spielen dürfen.

In Reaktion auf Anmerkungen der Teilnehmer stimmte Prof. Arase zu, dass Chinas Hauptsorge gegenwärtig ist, weiterhin hohe wirtschaftliche Zuwachsraten zu sichern, um seine geostrategischen Ziele weiter verfolgen zu können. China möchte das einflussreichste Land in Eurasien werden. Wir sollten uns also auf größere Kohärenz der chinesischen Politik gegenüber asiatischen Ländern und dem Westen einstellen.

Wenn Xi über Reformen spricht, meint er die Stärkung der Rolle der CKP. Die Partei respektiert nicht die Rechtsstaatlichkeit, sondern will durch eigene Gesetze regieren und ihre Regentschaft über die gesamte Gesellschaft stärken. Man darf keinesfalls erwarten, dass China die Interessen anderer Länder respektiert, wie das in partnerschaftlichen Beziehungen die Regel wäre. China ruht in sich selbst, schaut nach innen und entwickelt sein eigenes Bild der Welt. China versteht andere Länder und deren Weltsicht nicht. China ist an einem Wendepunkt. Es hat die Maske der Zurückhaltung abgelegt. Aber Gewalt ist nicht die Strategie. Die wird nur punktuell gegen kleinere Länder eingesetzt werden. Die Frage, ob China je das Südchinesische Meer oder den Westpazifik dominieren kann, wie das von China proklamiert wird, bleibt offen.

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Veranstaltungsort

Ha Noi

Kontakt

Rabea Brauer

Rabea Brauer

Leiterin des Länderprogramms Japan und des Regionalprogramms Soziale Ordnungspolitik in Asien (SOPAS)

rabea.brauer@kas.de +81 3 6426 5041
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Prof. Arase at DAV KAS
Prof Arase presents at DAV talk series KAS
DAV event Nov 2015 (4)
DAV event Nov 2015 (5)

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