Veranstaltungsberichte

Maßnahmen gegen Hassreden und Gewalt während der Wahlperiode

Angesichts der Schlüsselrolle von Medien für die Demokratie haben sich die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der Nationale Verband der Journalisten von Côte d'Ivoire (UNJCI) zusammengeschlossen und eine Fortbildung organisiert, im Rahmen dessen sich verschiedene Direktoren der ivorischen Medienlandschaft über die Frage ausgetauscht haben, wie sie ihren Beitrag zu einem friedlichen Wahlprozess leisten können.

Am Seminar mit dem Titel „Maßnahmen gegen Hassreden und Gewalt während der Wahlperiode“, welches am 6. Oktober 2020 stattfand, nahmen ca. 50 Mediendirektorinnen und -direktoren aus Côte d'Ivoire teil.

Neben den Direktoren von KAS und UNJCI wurde die Fortbildung auch von Herrn Martial Adou, Direktor des Kabinetts des Ministeriums für Kommunikation und Medien, eröffnet. Herr Adou lobte die Initiative und unterstrich, dass sich Journalisten im Kontext der Wahlperiode in Côte d’Ivoire für den Frieden einsetzen sollten. In diesem Rahmen ermutigte Herr Adou alle Medienverantwortlichen, sich zu weigern, "Treiber von Hass und gesellschaftlicher Spaltung zu sein“ und sich stattdessen für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts zu engagieren.

Der Präsident von UNJCI, Herr Jean-Claude Coulibaly, betonte seinerseits, dass die diesjährigen Präsidentschaftswahlen ein entscheidendes Ereignis für die Côte d’Ivoire seien und dass Journalisten ihre Rolle als Akteure des Friedens wahrnehmen und dazu beitragen sollten, eine weitere Krisenperiode zu verhindern.

In diese Richtung äußerte sich auch der Direktor des Regionalprogramms Politischer Dialog Westafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung, Herr Florian Karner, der auf die besorgniserregenden Signale im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2020 hinwies. Herr Karner erinnerte die Anwesenden an die Vorwürfe gegen die Medien während der schweren post-elektoralen Krise im Jahr 2011 und forderte sie auf, ihre staatsbürgerliche Verantwortung wahrzunehmen und als Journalisten die Praxis und Kultur der Rechtsstaatlichkeit zu fördern.

Die Fortbildung war gekennzeichnet durch drei Vorträge:

Pressefreiheit und Hassreden: internationale Standards und die Realität in Côte d'Ivoire" unter der Leitung von Moussa Zio, Präsident des Ausschusses der Beobachtungsstelle für Pressefreiheit;

Bekämpfung von Hassreden und Fake News in sozialen Netzwerken: vergleichende Analyse und Denkanstöße", unter der Leitung von David Youant und Yves Youant;

Bessere Kommunikation: Gewaltfreie Kommunikationstechniken für friedliche Wahlen", geleitet von Pater Martial Boni, einem ehemaligen Kommissar der Wahlkommission (CEI)

Während der verschiedenen Vorträge haben die Experten die Teilnehmer dazu aufgerufen, Texte sowie Video-, Foto- und Audiomaterial nicht zu manipulieren und damit Fake News zu vermeiden. Außerdem forderten sie die Medienverantwortlichen auf, alle Informationen vor der Veröffentlichung zu verifizieren. Weiterhin sollten Journalisten solche Diskurse vermeiden, die sich auf bestimmte ethnische Gruppen beziehen, unvoreingenommen beobachten, auf Fakten bestehen, immer demokratisch handeln und sich für politische Toleranz entscheiden.

Im Rahmen der Abschlusszeremonie betonte Herr Théodore Golli, Projektmanager der KAS, „Die Presse ist ein mächtiges Instrument für den Dialog, das zur Festigung des sozialen Friedens dienen kann, indem sich die Verantwortlichen aktiv für die Beseitigung von Hassreden und Gewalt einsetzen. Daher ist es wichtig, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen der Förderung der Demokratie solche Fortbildungen für Medienverantwortliche organisiert".