Ehrenamtliche Helfer als wichtige Stütze für die Olympischen Spiele

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Zwei der 70.000 Venue Volunteers (Foto: Sabrina Eisenbarth)

Nicht nur im Umfeld der Sportanlagen, sondern in der ganzen Stadt, insbesondere aber an Orten, an denen viele Touristen erwartet werden, wurden in den letzten Tagen kleine Stände aufgestellt. Dort bieten seit Anfang Juli jeweils fünf chinesische Ehrenamtliche Passanten ihre Hilfe an. Sie sind Teil der rund 400.000 City Volunteers, deren Aufgabe es ist, Auswärtigen den Weg zu weisen, bei Übersetzungen zu helfen oder im Notfall erste Hilfe zu leisten. Die meisten von ihnen arbeiten nur für fünf Tage, danach werden sie abgelöst. Aber sie freuen sich trotzdem, einen Beitrag zu den Spielen leisten zu können, wie eine junge Helferin mit dem Namen Zhu erzählt.

Insgesamt wurden 500.000 ehrenamtliche Mitarbeiter für die Spiele mobilisiert, eine gewaltige Anzahl. Neben den City Volunteers wurden noch 70.000 Venue Volunteers für die Spiele im August und 30.000 für die Paralympcis im September angeworben. Sie werden direkt in den Austragungsstätten in den Bereichen Zuschauerservice, Medien, Transport und Sicherheit eingesetzt.

Hu Chenyu ist, wie fast alle Volunteers, Studentin und hat die Gelegenheit bekommen, in ihren Sommerferien als Ehrenamtliche zu arbeiten. Die Konkurrenz war hart. Nur jeder zehnte Bewerber wurde aufgenommen. Doch sie hat es geschafft und freut sich auf ihre Aufgabe.

Bereits im letzten Jahr hat sie eine Woche lang einen Trainingskurs absolviert, in dem sie eingewiesen wurde. Dort hat sie gelernt, was ihre Aufgaben sind und wie sie sich den Zuschauern gegenüber verhalten soll. „Wenn die Zuschauer kommen, muss ich ihnen den Platz anweisen. Falls jemand trotz des Verbots eine Nationalflagge oder ein Transparent mitbringt, muss ich sie ihm abnehmen. Außerdem muss ich dafür sorgen, dass die Zuschauer sich ruhig verhalten und keinen Lärm machen, damit sich die Athleten konzentrieren können,“ erzählt sie stolz von ihren Aufgaben. Der Einweisung folgten dann weitere Fortbildungen beispielsweise zum Thema Umgang mit den Medien. Insgesamt 150 Wochen an Ausbildungsgängen soll das olympische Organisationskomitee organisiert haben, um seine ehrenamtlichen Helfer zu schulen.

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Informationsstand der hilfsbereiten City-Volunteers, die Besuchern den Weg weisen. (Foto: Tabea Holtz)

Trotz ihrer Begeisterung für das sportliche Großereignis hat Hu Chengdu keine Zeit, sich Wettkämpfe in anderen Stadien anzuschauen. Sie arbeitet fast täglich im Nationalen Hallenstadion. Morgens muss Sie bereits zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung vor Ort sein. Zwei Stunden nach Ende kann sie erst nach Hause fahren. Aber zumindest auf die Wettkämpfe an ihrem Einsatzort wird sie hin und wieder einen Blick werfen können.

Auch knapp 1000 ausländische Studenten haben die Möglichkeiten erhalten, als Ehrenamtliche an den Spielen mitzuwirken. Bevorzugt wurden dabei Studenten ausgewählt, die der chinesischen Sprache mächtig und mit der Stadt Peking vertraut sind, wie zum Beispiel der Türke Volkan Gurcan. Aber auch China-Neulinge bekamen Zusagen. Sie mussten zunächst einen Crash-Kurs absolvieren in chinesischer Kultur, Geschichte und Wirtschaft, verbunden mit zahlreichen Hinweisen zum Alltagsleben im Peking, bevor sie nun im Medienzentrum eingesetzt werden. Ihre Aufgabe wird es sein, Notizen zu den Wettkämpfen anzufertigen und Athleten zu interviewen. Sie werden direkt am Puls der Spiele arbeiten. Mittendrin, statt nur dabei.

Sabrina Eisenbarth, 1. August 2008