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„Ein Leben für andere wagen“

Feierliche Einweihung des Hanna-Renate-Laurien-Platzes in Lankwitz
Mit Lob, feierlichen Worten und erinnerungswürdigen Anekdoten weihten der Ehrenvorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Bernhard Vogel, Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters und die Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski den Platz vor dem Rathaus Lankwitz ein. Er heißt fortan Hanna-Renate-Laurien-Platz und ist benannt nach der ehemaligen Schulsenatorin und Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses.

Die Redner ließen keine Zweifel daran, dass Laurien diese Ehrung verdiente: Eine Frau mit „Mut, Augenmaß und Standfestigkeit“ war die CDU-Politikerin, sagte Vogel. Dem schloss sich Grütters uneingeschränkt an und nannte die „Botschafterin der Freiheit“ Laurien „streitbar, versöhnlich und pragmatisch“. Vor allen Dingen aber lobten die drei Redner Lauriens Einsatz für ihre Mitmenschen: Es sei ihre Zukunftsbotschaft, „ein Leben für andere zu wagen“, so Vogel.

Laurien kämpfte nicht nur politisch für die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft, sondern ganz persönlich, wie Vogel erinnerte: So habe sie noch als Schulleiterin eine schwangere Schülerin zum Abitur zugelassen – gegen die damals geltenden Regeln. Auch Richter-Krotowski erinnerte sich höchst erfreut an eine ihrer ersten Begegnungen mit Laurien: Als sie in das Berliner Abgeordnetenhaus einzog sei Laurien auf sie zugekommen und hätte gefragt, wie sie ihr die Arbeit erleichtern könne. Richter-Kotowskis Sohn sei damals sieben Monate alt gewesen und Laurien habe zu ihrer freudigen Überraschung die Einrichtung einer Kinderbetreuung vorgeschlagen. Für Grütters bleibe Laurien als ein Vorbild in Erinnerung, das Halt und Orientierung.

Nun wurde der Platz vor dem Rathaus Lankwitz nach ihr benannt. Wohlgemerkt keine Straße, denn „auf einer Straße fährt man entlang und grüßt sich allenfalls“, so Vogel. Auf einem Platz hingegen trifft man sich, spricht miteinander und hört einander zu. Noch dazu ist es ein Platz in der Nähe der ehemaligen Wohnung Laurien und – vermutlich wichtiger – ein Platz vor einem Rathaus, ein Ort, an dem Entscheidungen getroffen werden. Dankbar schloss Vogel seine Einweihungsrede: Der Name Lauriens, die „dem Gemeinwesen mit Herz und Verstand gedient“ habe, „schmückt nun Berlin“.