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„Klima der Angst“

Jürgen Langen, Leiter des KAS-Büros in Simbabwe, im Deutschlandradio-Interview zur Wahl in Simbabwe

Nach Mali finden nun auch im zweiten afrikanischen Land, in Simbabwe Wahlen statt. Seit drei Jahrzehnten regiert dort Präsident Robert Mugabe. Dies möchte der ehemalige Gewerkschaftler Morgan Tsvangirai ändern. Er ist hoffnungsvoller Gegenkandidat. „Er hat eine echte Chance und ist weiterhin der Hoffnungsträger für die Mehrheit der Bevölkerung“, sagt Jürgen Langen, Auslandsbüroleiter in Simbabwe der Konrad-Adenauer-Stiftung, im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Er habe als einer der wenigen Gegenkandidaten ein stimmiges und aussagekräftiges Wahlprogramm vorgelegt.

In der Vergangenheit verliefen die Wahlen in Simbabwe nicht frei und fair. Auch bei der aktuellen Wahl gebe es Hinweise auf Wahlbetrug. „Es gibt wohl deutliche Zeichen, die wurden auch von Südafrika als Vermittlungsmacht der 'Southern-African-Development-Community'-Ländern bemerkt, Wahlbetrug in großem Maße, indem man einfach die sogenannte 'Voters Roll', also das Wählerverzeichnis, versucht hat, massiv zu fälschen“, sagt Langen.

Das Interesse der Bevölkerung an der Wahl sei zwar groß, aber ein „Klima der Angst ist weiterhin vorhanden“. Mit Wahlen in Simbabwe assoziieren die Menschen keine guten Begriffe. „Immer wieder fallen die Worte Angst, Furcht, Einschüchterung, das ist gar keine Frage. Angst ist das zentrale Element im Land“, stellt der Auslandsbüroleiter fest. Daher gingen viele Männer und Frauen auch aus Gründen der Einschüchterung zur Wahl.

Zudem sei der Wunsch nach einem Regimewechsel im Land groß. „Die Menschen wünschen sich vor allem Frieden, Ruhe und eine Zukunftsperspektive, vor allem eine Zukunftsperspektive für die Jugend“, sagt Langen. Denn Simbabwe kämpfe gegen 90 Prozent Arbeitslosigkeit bei der Bevölkerung, und eine Jugend ohne jegliche Perspektive für die nächste Generation wäre ein Desaster.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Berlin Deutschland