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„Zuvörderst die Freiheit“: Ehrhardt Mayr ist gegangen

von Daniela Tandecki
Wir trauern um unseren ehemaligen Mitarbeiter Dr. Ehrhardt Mayr, der in der Nacht zum 15. März 2018 82-jährig verstarb
Die Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur der Konrad-Adenauer-Stiftung verliert mit ihm einen engagierten und treuen Kollegen und – wie die von uns, die ihn noch in dieser Funktion gekannt haben, wissen – verständnisvollen, behutsam führenden und unprätentiösen Vorgesetzten, der die Arbeit der Begabtenförderung maßgeblich geprägt hat. Auch vom Kreis der Altstipendiaten und Vertrauensdozenten wurde ihm große Wertschätzung entgegengebracht.
Erhardt Mayr † 2018
Erhardt Mayr † 2018

Die berufliche Laufbahn des Germanisten und Historikers begann 1964 in

der Bundesgeschäftsstelle der CDU. 1966 nahm er seine Arbeit als Dozent für Fach- und Studientagungen – später als stellvertretender Leiter – in der Politischen Akademie Eichholz der Konrad-Adenauer-Stiftung auf. Nach einer sechsjährigen Tätigkeit als Leiter der Abteilung Personal in der CDU-Bundesgeschäftsstelle kehrte er 1980 für den Rest seiner Berufszeit in die Konrad-Adenauer-Stiftung zurück.

Bis 1992 war er Leiter des Instituts für Begabtenförderung, seit Januar 1993 Leiter der seinerzeit neu eingerichteten Hauptabteilung Kultur, deren Aufbau und Entwicklung – etwa der Gründung des heute noch als EHF 2010 agierenden Else-Heiliger-Fonds - er sich feinfühlig und passioniert widmete.

Im Dezember 2000 wurde er im Rahmen eines Festakts in Schloss Eichholz aus der Konrad-Adenauer-Stiftung verabschiedet. Den anwesenden Gästen aus Kulturwissenschaft und Politik gab er folgende Worte mit auf den Weg: „Was die KAS groß gemacht hat, ist in ihrer Satzung mit der Vokabel ‚Förderung’ angezeigt: Demokratieförderung, wozu auch Beratung gehört, Begabtenförderung, Künstlerförderung, Förderung von Menschen überhaupt, denen bestimmte Werte, zuvörderst die Freiheit, wichtig sind und die lernen wollen, damit umzugehen.“

Bis vor fünf Jahren blieb Ehrhardt Mayr der Begabtenförderung als Prüfer bei den Auswahltagungen der Studien-, vor allem aber der Promotionsförderung verbunden.

Den aufgrund seiner Demenz in den letzten Jahren rapide fortschreitenden körperlichen und geistigen Verfall trug er mit großer Tapferkeit und gelegentlich immer noch mit Spuren des ihm eigenen stillen Humors.