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Klimawandel in der lateinamerikanischen Medienagenda

Ohne internationale Berichte oder Konferenzen zum Klima würde das Phänomen aus der Medienagenda nahezu ganz verschwinden. Das Querschnittsthema, von dem Experten allenthalben glauben, dass es die soziale und wirtschaftliche Lage auf der Welt bald so beschäftigen wird, wie selten ein Thema zuvor, macht wenig Schlagzeilen.

Von 4000 Artikeln greifen es durchschnittlich gerade Mal zehn bis zwanzig Berichte auf. Soweit die ersten Ergebnisse einer neuen Studie des lateinamerikanischen Regionalprogramms „Medien und Demokratie“ der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Studie mit Global News, einer internationalen Agentur, die sich auf Medienmonitoring in rund 60 Ländern spezialisiert hat, vergleicht 21 führende Tageszeitungen in sieben Ländern. Das lateinamerikanische Medienprogramm der Stiftung mit Sitz in Buenos Aires setzt sich ein für eine freie, unabhängige und vielfältige Medienlandschaft, fördert Qualitätsjournalismus und betont die öffentliche Aufgabe der vierten Gewalt, um die demokratische Teilhabe zu stärken.

In den letzten Jahren hat sich die Diskussion über den Klimawandel zweifellos stark politisiert. Das bestätigt auch die Studie. Dennoch spiegeln die untersuchten Medien dazu keine tiefgreifende Debatte, kein nachhaltiges politisches Engagement. Ein Blick auf die zitierten Quellen in den Berichten legt nahe, dass Politiker aus der Region keine führende Rolle übernehmen, um das Thema in der politischen Agenda zu installieren und konstruktiv anzugehen. Während Wissenschaftler weltweit vor der wachsenden Wirtschaft des Biodiesels warnen, weil die vorhersehbaren Folgen für Klima, Umwelt und Betroffene vor Ort langfristig die Schadensbilanz erhöhen, treten lateinamerikanische Politiker ungebremst als Diplomaten des Ethanols auf. Das Thema saubere Umwelttechnologien in der Gesamtwirtschaft zum Beipiel oder andere positive Lösungsansätze, werden bestenfalls am Rande erwähnt.

Klimawandel wird hauptsächlich als internationales Problem verstanden. Wie sich das Phänomen auf den eigenen Alltag im lokalen auswirken wird – darüber schweigen rund zwei Drittel der untersuchten Berichte. Die Studie legt den Schluss nahe: Klimawandel ist ein Phänomen, über das sich internationale Institutionen sorgen – ohne Bezug zur eigenen Wirklichkeit.

Über diese Reihe

Sammlung aller Einzelpublikationen, welcher keiner spezifischen Publikationsreihe angehören.

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Argentinien Argentinien