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IMAGO/Dreamstime

Dschibutis geostrategische Relevanz

Länderprofil, externe Akteure und die sicherheitspolitische Rolle Deutschlands

Das Horn von Afrika ist seit geraumer Zeit Austragungsort eines strategischen Wettbewerbs externer Mächte, die in dieser Region ihren militärischen und wirtschaftlichen Einfluss immer weiter ausbauen. Im Rahmen dieses Wettstreites kommt insbesondere dem kleinen Küsten-staat Dschibuti ein hoher Stellenwert zu. Aufgrund seiner geostrategischen Lage an der Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden haben dort bereits fünf Staaten permanente Militärstützpunkte errichtet. Auch wenn Deutschland nicht zu dieser Staatengruppe gehört, war die deutsche Marine noch bis vor wenigen Jahren am Horn von Afrika stationiert, um gemeinsam mit europäischen Partnern gegen maritime Be-drohungen wie Schmuggel auf See, Piraterie und Terrorismus vorzugehen. Angesichts des jüngsten Wiederauflebens der somalischen Piraterie und der latenten Bedrohung der inter-nationalen Handelsschifffahrt durch die jemenitische Huthi-Miliz ist eine Sicherung der See-handelsrouten am Horn von Afrika für westliche Staaten relevanter denn je.

IMAGO / ABACAPRESS

Senatswahlen in Frankreich

Der Senat als Stabilitätsanker in Zeiten des turbulenten Präsidentschaftswahlkampfs

Die hohe Kammer des französischen Parlaments umfasst 348 Senatorinnen und Senatoren, die für jeweils sechs Jahre gewählt werden, wobei alle drei Jahre die Hälfte der Sitze neu vergeben wird. Die letzten Senatswahlen am 24. September 2023 bestätigten die bestehende bürgerlich-konservative Mehrheit. Gewählt wird der Senat nicht direkt, sondern durch ein Wahlkollegium (Grands Élécteurs), das sich überwiegend aus kommunalen Mandatsträgern sowie Abgeordneten auf nationaler und regionaler Ebene zusammensetzt; die Wahl erfolgt auf Ebene der Départments (repräsentieren die Wahlkreise für die Senatswahlen) und das passive Wahlalter beträgt 24 Jahre. Der Wahlmodus variiert je nach Größe der Wahlkreise: In Départements mit bis zu drei zu vergebenden Mandaten – was die Mehrheit darstellt – gilt ein Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen, während in größeren Départements mit vier oder mehr Sitzen nach Verhältniswahlrecht gewählt wird. Dieses System verleiht insbesondere kleineren und ländlichen Gebietskörperschaften ein überproportionales Gewicht. Vor diesem institutionellen Hintergrund deutet vieles darauf hin, dass der Senat auch nach den Wahlen von einer stabilen bürgerlich-konservativen Mehrheit geprägt bleiben wird. Gleichwohl könnten sich wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl politisch symbolische Verschiebungen ergeben – insbesondere durch den möglichen Aufbau einer eigenen Fraktion des Rassemblement National (RN). Derzeit stellt die Partei lediglich drei Senatoren, könnte jedoch angesichts ihrer gestärkten kommunalen Verankerung die für eine Fraktionsbildung erforderliche Schwelle von zehn Mandaten erreichen.

KAS

Vertrauen fördern, Distanz überwinden

Aufsuchende politische Bildung in der Praxis von Demokratiebus und Dorfliebe-Tour

Aufsuchende politische Bildung setzt dort an, wo Menschen leben und ihren Alltag verbringen. Demokratiegestalter-Tour und Dorfliebe schaffen niedrigschwellige Gesprächsräume, in denen Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen offen artikulieren und sich ernstgenommen fühlen. Der Bericht zeigt, wie die persönliche Begegnung Vertrauen fördert und Gesprächsbereitschaft aktiviert.

IMAGO / Lucian Alecu

Gefrorener Konflikt: Regierungskrise in Bukarest hält an

Das Parlament geht ohne Neuwahl eines Ministerpräsidenten in die Sommerpause, während das Vertrauen in Präsident Dan dank fragwürdigem Krisenmanagement bröckelt

Ruhig hat die Sommerpause des rumänischen Parlamentes nicht begonnen. Das Misstrauensvotum gegen die Regierung von Ministerpräsident Ilie Bolojan (PNL) vom 5. Mai hat erbitterte Kämpfe in der politischen Landschaft Rumäniens ausgelöst. Die Abstimmung an sich wurde bereits als Sakrileg wahrgenommen: Den Misstrauensantrag brachten die sozialdemokratische PSD und die rechtspopulistische AUR gemeinsam ein. Wer für wen der Steigbügelhalter war, ist noch nicht ausgemacht. Der Antrag erhielt 281 Stimmen, deutlich mehr als die erforderlichen 233 Stimmen. Die Angehörigen der PSD traten aus der Regierung aus. Bolojan regiert seitdem kommissarisch weiter – gemeinsam mit der reformorientierten USR und der Ungarnpartei (UDMR). Als Vermittler in der angespannten Lage verliert Präsident Nicușor Dan zunehmend das Vertrauen einstiger Unterstützer.

IMAGO / Bestimage

Le Pen will kandidieren

Das Urteil des Berufungsgerichts und die politischen Folgen in Frankreich

Mit dem Berufungsurteil gegen Marine Le Pen am 7. Juli 2026 beginnt im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 eine neue Phase. Während die Fraktionsvorsitzende des Rassemblement Nationals (RN) ihre Kandidatur bestätigt und weitere Rechtsmittel ankündigt, indem sie den Kassationshof anruft, der prüft ob die beiden vorherigen Instanzen keine Verfahrensfehler begangen haben, setzt der RN auf das Führungsduo Marine Le Pen und Jordan Bardella. Das Urteil markiert den eigentlichen Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs, der die politische Polarisierung in Frankreich aller Voraussicht nach weiter vertiefen wird.

smarterpix / MikeMareen

Die NATO im Drohnenzeitalter

Warum Deutschland und die Türkei strategisch enger zusammenarbeiten sollten

Der Einsatz türkischer Drohnen im Ukraine-Krieg gilt als der Moment, in dem das Drohnenzeitalter die politische und militärische Debatte Europas endgültig erreichte. Die 18. Istanbul Security Conference® 2026 unterstrich die wachsende Bedeutung der Türkei als Produzent moderner Drohnen- und UAV-Systeme. Vor dem Ankara NATO-Gipfel 2026 hat sich der Arbeitskreis Junge Außenpolitik mit diesem Thema befasst: Eine strategische Sicherheitspartnerschaft mit der Türkei im Bereich der Drohnenentwicklung sollte wichtiger Bestandteil deutscher und europäischer sicherheitspolitischer Überlegungen sein.

IMAGO / Anadolu Agency

Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel

Erster Schritt in Richtung Friedensabkommen oder nur eine Atempause?

Am 26. Juni unterzeichneten die USA, Israel und der Libanon in Washington ein trilaterales Rahmenabkommen. Darin bekunden Libanon und Israel – die sich formal weiterhin im Kriegszustand befinden – ihre Absicht, die Grundlage für einen dauerhaften Frieden, stabile Sicherheitsverhältnisse und nachbarschaftliche Beziehungen zu schaffen. Angesichts der jahrzehntelangen Feindschaft zwischen beiden Staaten und des anhaltenden Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah stellt das Abkommen einen bemerkenswerten Schritt dar. Ob es sich dabei um den Beginn einer nachhaltigen Friedensordnung oder lediglich um eine vorübergehende Beruhigung der Lage handelt, wird maßgeblich von seiner Umsetzung abhängen. Mit den direkten Verhandlungen mit Israel beabsichtigt die libanesische Regierung, die eigene Souveränität zu stärken und die Zukunft des Libanons von der Verhandlungsschiene zwischen Iran und USA abzukoppeln und so den Einfluss des Irans auf das Land zu verringern.

IMAGO / Zoonar

Kuba vor dem Umbruch?

Humanitäre Krise, Druck der USA und die Zukunft des kubanischen Regimes

Kuba befindet sich an einem historischen Wendepunkt. Die sozialistische Wirtschaftsordnung der Linksdiktatur ist heute so dysfunktional wie nie zuvor und nach dem weitgehenden Wegfall ihrer externen Unterstützung aus Venezuela kaum noch überlebensfähig. Zugleich erreicht die humanitäre Krise ein bislang unbekanntes Ausmaß, während der Druck der USA auf das Regime stetig zunimmt. Während Washington auf einen politischen Wandel auf der Insel hinarbeitet, kämpft ein Großteil der kubanischen Bevölkerung um das tägliche Überleben. Ob das Regime dem wachsenden inneren und äußeren Druck weiterhin standhalten kann oder Kuba vor einem grundlegenden politischen Wandel steht, dürfte zu einer der entscheidenden Fragen der kommenden Monate werden.

IMAGO / Anadolu Agency

NATO-Gipfel in Ankara in turbulenten Zeiten

Türkei unterstreicht eigenen Sicherheitsbeitrag und erwartet Anerkennung ihrer Interessen

Der NATO-Gipfel in Ankara findet in einer Zeit globaler Umbrüche statt. Kriege und unterschiedlichste Bedrohungen prägen insbesondere Europa und sein Umfeld, das Bündnis muss reagieren. Die Türkei befindet sich jeweils an den Schnittstellen: Am Schwarzen Meer, als Brücke zum Nahen und Mittleren Osten, als Faktor in Afrika. Das prägt ihre Bedrohungswahrnehmung. Russland ist das Hauptproblem - die Türkei unterstützt die Ukraine nachhaltig - nimmt gleichzeitig aber die fragilen Staaten im Süden, terroristische Bedrohungen, hybride Attacken und ungeregelte Massenmigration in den Blick. Entsprechend insistiert man in Ankara auf eine „360 Grad-Perspektive“ des Bündnisses. Die Stärkung seines europäischen Pfeilers ist dringend gewünscht, allerdings eines Pfeilers, der nicht-EU-Mitglieder unter den NATO-Partnern gleichberechtigt einbezieht. Mit ihrer leistungsfähigen Rüstungsindustrie kann die Türkei einen besonderen Beitrag leisten und will diesen gewürdigt sehen.

IMAGO / ZUMA Press Wire

250 Jahre USA - Der ewige amerikanische Traum

Hintergründe und Einordnung zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika

Präsident Donald Trump kündigte an, der diesjährige Independence Day und die begleitenden Feierlichkeiten würden die „most spectacular Trump rally of them all“ sein. Eine Aussage, die aufhorchen lässt. Nicht nur wegen ihrer Tonalität, sondern auch, weil ein traditionell überparteilicher Feiertag, der die Nation als Ganzes feiern soll, in einen politischen Kontext gerückt wird. Fast als wäre es seine Feier. Zwischen diesen beiden Bildern – dem beinahe zeitlosen Ideal eines geeinten Landes und einer Gegenwart, in der nationale Symbole zunehmend politisch betrachtet werden – bewegen sich die Vereinigten Staaten auf ihren 250. Geburtstag zu.

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Arbeitspapiere

Broschürenreihe mit Darstellungen und Positionen, die kurzfristig auf aktuelle politische Fragen reagieren

Diese Reihe wurde eingestellt. Themen, die bisher in dieser Reihe erschienen sind, werden seit Anfang 2007 in unserer Reihe "Analysen und Argumente" veröffentlicht.

Die Frau in unserer Zeit

Lebensentwürfe von Frauen –
was hat sich verändert?

Jede Ausgabe widmete sich einem Schwerpunktthema aus Politik und Gesellschaft, der Arbeits- und Familienwelt, aus Kultur und Literatur und diskutierte dieses aus frauenpolitischer Sicht.

Gesellschaftspolitische Schriftenreihe

Veröffentlicht wurden herausragende Dissertationsschriften mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Begabtenförderung und Personen, die ihrem Promotionskolleg „Soziale Marktwirtschaft“ kooptiert sind. Die Reihe gab den Autorinnen und Autoren ein wissenschaftliches und publizistisches Forum und brachte aktuelle Themen in die öffentliche Diskussion ein.

Grundfragen der christlichen Demokratie

In dieser Reihe erschienen im Jahr 2006 Texte namenhafter Autoren zu Grundfragen der christlichen Demokratie.

Im Gespräch

Kulturpolitische Umschau

Zeitschrift mit Berichten aus Bundestag und Bundesländern, Gastbeiträgen, Rezensionen und Presseauswertungen zur aktuellen Kulturpolitik.

Im Plenum

Broschürenreihe der Konrad-Adenauer-Stiftung mit den Beiträgen von Konferenzen, Fachtagungen und Kongressen, die von längerfristigem Interesse sind.

Im Plenum kompakt

Die Broschüren im DIN-A-4-Format fassen kurz und knapp die Ergebnisse von Konferenzen, Fachtagungen und Kongressen zusammen, die von längerfristigem Interesse sind.

KAS International

Informationen aus der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit

Diese Reihe informiert zeitnah über wichtige Ereignisse und Entwicklungen unserer Arbeit und soll das breite Spektrum unserer Aktivitäten aufzeigen.

Materialien für die Arbeit vor Ort

Kleine Schriftenreihe zu aktuellen Themen der Kommunalpolitik

Mit der eigenen Reihe "Materialien für die Arbeit vor Ort" bereitet die Stiftung zu aktuellen Themen wichtige Informationen in handhabbarer Form auf, so dass sie in der kommunalpolitischen Praxis nutzbar sind. Eine weitere Serie unter dem Titel "Diskurs kommunal" befasst sich mit besonderen Aspekten der Kommunalpolitik.

Positionen

Reden, Essays und Grundsatzpapiere zu drängenden Zeitfragen

In dieser Broschürenreihe veröffentlicht die Konrad-Adenauer-Stiftung grundlegende Positionen zu wichtigen Themen der Zeit.