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Die unbarmherzige TV-Debatte

Politsnack - Folge 32

Wöchentlicher Videoblog zur US-Wahl 2012

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Wir drehen immer mittwochs – diese Woche leider etwas zu früh, um das erste Duell Obama-Romney auseinander zu nehmen. Also Zeit, sich mit US-Fernsehdebatten etwas grundsätzlicher zu befassen.

Aufreger der Woche (vor 52 Jahren)

„Wer auch immer fürs Make-up von Nixon verantwortlich war, sollte gefeuert werden“, so der Aufreger der Woche vor 52 Jahren: Das erste TV-Duell: Republikaner Richard Nixon gegen Demokrat John F. Kennedy. Der Unterschied ist offensichtlich: der junge, knackige Kennedy gegen den blassen, kränkelnden Nixon mit Nachmittagsstoppeln.

Vorm Duell lagen beide noch Kopf an Kopf – doch nach der Debatte ging Kennedy mit 48 zu 43 Prozent in Führung. War’s Nixons blasses Auftreten? Naja, es gab lange das Gerücht, Nixon hätte unter Radiohörern besser abgeschnitten. Aktuelle Studien zeigen aber, dass es dafür keine Beweise gibt.

Dos und Don’ts für TV-Duelle

(Little) Take-Aways

Erstens: Warum schauen Journalisten die Debatten heute eigentlich nicht mehr live im Studio, sondern im Fernsehen? Wegen der Debatte Bentsen-Quayle. Ja, der republikanisch Vize-Kandidat Dan Quayle – das war der Herr rechts im Bild, der ein bisschen wie Kennedy sein wollte –, zog 1988 für die meisten Fernsehzuschauer den Kürzeren. Parteistrategen und Reporter, die damals im Studio dabei waren, hatten das teilweise ganz anders gesehen. Nun ja, seitdem sieht es so aus.

Zweitens: Wie kommen die Journalisten eigentlich zu einer Meinung, wer gewonnen und wer verloren hat? Spin-Doktoren! Die versuchen den Journalisten nach der Debatte im sogenannten „Spin Room“ihren Kandidaten als Sieger zu verkaufen. Den „Spin Room“ gibt’s seit 1984. Heute sind Soziale Netzwerke und Echtzeit-Abstimmung auch ein ziemlich guter Seismograph für die Presse.

Drittens: Was ist die Zukunft des Formats TV-Debatte? Einen kleinen Vorgeschmack gab es 2007 bei den damaligen CNN-YouTube-Debatten. Die Fragen kommen über YouTube. In politischen Talkshows ist das heute gang und gäbe. In TV-Debatten nicht mehr – leider, wie wir meinen.

Empfehlung der Woche

Nun noch unsere Empfehlung der Woche, klar auch zum Thema TV-Debatten: Alan Schroeder hat die 40-jährige Geschichte der Fernsehdebatten in einem sehr lesenswerten Buch zusammengefasst. Für ihn ist das nichts Geringeres als „High-Risk TV.“

Aber einer muss noch sein

TV-Duelle gibt’s nicht nur in den USA. Und Patzer dementsprechend auch: Michael Naumanns Abschlussstatement im Duell mit Ole von Beust.


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Contact Dr. Melanie Piepenschneider
Dr. Melanie Piepenschneider
Department Head, Department Civic Education
melanie.piepenschneider@kas.de 030 26996 -3576 030 26996 -53576
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September 28, 2012
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