Asset Publisher

Präsidentenwahl in Serbien

Der russlandfreundliche Nationalist Tomislav Nikolic hat die erste Runde der Präsidentenwahl gewonnen.

Asset Publisher

In Serbien hat der russlandfreundliche Nationalist Tomislav Nikolic die erste Runde der Präsidentenwahl gewonnen. Wie die Wahlkommission mitteilte, kam Nikolic auf 39,6 Prozent der Stimmen. Auf den pro-europäischen Amtsinhaber Boris Tadic entfielen 35,5 Prozent. Beide Politiker treffen sich nun in einer Stichwahl am 3. Februar wieder, weil sie die nötige absolute Mehrheit verfehlten.

Claudia Nolte, KAS-Auslandsmitarbeiterin in Belgrad, sagte dazu im rbb-Inforadio: „Es wurde oft davon gesprochen, dass es eine Richtungsentscheidung ist. Der große Unterschied zwischen beiden ist, dass für den Präsidenten Tadic ganz klar ist, Serbien gehört nach Europa. Es gibt die europäische Perspektive. Dahin muss Serbien den Weg einschlagen, vor allen Dingen für die junge Generation.“

Der Wahlkampf war geprägt vom Streit über die Zukunft des Kosovos. Beide Kandidaten hatten darauf gepocht, dass Kosovo ein Teil Serbiens sei. Tadic möchte, dass Serbien innerhalb der EU verankert ist. Nikolic drängt auf eine Wahrung der Integrität von Serbien durch die Europäische Union.

Claudia Nolte sagt für die Stichwahl eine knappe Entscheidung voraus.

„Man kann ehrlicherweise kaum annehmen, dass aus dem Nicht-Wähler-Potenzial noch sehr viel zu schöpfen ist. Mit 60 Prozent wurde ein sehr hohes Maß an Wahlbeteiligung erreicht.“

Vor allem die bisherigen Stimmen von Velimir Ilic werden dabei ausschlaggebend sein. Claudia Nolte: „Die Stimmen des liberalen Cedomir Jovanovic werden höchstwahrscheinlich zu Tadic gehen. Die Stimmen, die an den Sozialisten gingen, wohl eher zu Nikolic. Dann kommt es sehr darauf an, wo diejenigen hingehen, die für Ilic stimmten.“

Infrastrukturminister Velimir Ilic wird von Regierungschef Vojislav Kostunica unterstützt und erreichte im ersten Durchgang rund acht Prozent der Stimmen.

Asset Publisher

Contact

Claudia Crawford

Asset Publisher