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Ziemlich beste Freunde

Der australische Finanzminister Mathias Cormann sieht Deutschland und Australien als „echte Partner“

Am Donnerstag sprach der australische Finanzminister Mathias Cormann im Rahmen eines Frühstücksgesprächs in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung über die Zukunft der Deutsch-Australischen Beziehungen. Gemeinsame Werte und Überzeugungen seien die Grundlage für die erfolgreiche Zusammenarbeit, so Cormann in Berlin.

Mehr als 100 interessierte Zuhörer kamen in der vergangenen Woche trotz der frühen Stunde zum Frühstücksgespräch mit dem australischen Finanzminister Mathias Cormann in die Akademie nach Berlin. Dr. Gerhard Wahlers, stellvertretender Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung und Leiter der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit freute sich nicht nur über das große Interesse für das Thema Deutsch-Australische Beziehungen, sondern zeigte sich auch enthusiastisch über die für Frühjahr 2017 geplante Eröffnung eines Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Australien.

Weit weg und doch so nah

Auch Prof. Dr. Maria Böhmer, Bundestagesabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, zeigte sich hoch erfreut in Bezug auf die Eröffnung eines Auslandsbüros der KAS in Canberra und die „ausstrahlende Wirkung“ der Büroeröffnung auf Australien und die Asien-Pazifik-Region. Die Politikerin erhielt für ihre Verdienste um das deutsche-australische Verhältnis am 7. Dezember von Mathias Cormann die Auszeichnung Officer of the Order of Australia. Gemeinsam führen Böhmer und Cormann die Deutsch-Australische Beratungsgruppe, die im 2014 von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen australischen Premierminister Tony Abbott ins Leben gerufen wurde und bereits ein Jahr später einen Katalog mit knapp 60 konkreten Handlungsempfehlungen präsentieren konnte. Trotz der großen räumlichen Distanz zwischen Deutschland und Australien (zwischen Berlin und Canberra liegen immerhin mehr als 16.000 Kilometer) sei die Verbindung zwischen den beiden Ländern besonders eng. „Unsere gemeinsamen Werte und Überzeugungen bringen uns zusammen“, so Staatsministerin Maria Böhmer in ihrer Begrüßung.

Ein Quantensprung in der Entwicklung der deutsch-australischen Beziehungen

Mathias Cormann, seit 2013 Finanzminister in der Regierung von Premierminister Malcolm Turnbull, ist ebenfalls stolz auf das, was die Deutsch-Australische Beratergruppe seit ihrer Gründung erreicht hat. Der intensive Austausch und Gespräche sowohl in Berlin als auch in Canberra haben die Beziehungen zwischen Deutschland und Australien „auf ein neues Level gehoben“. In den letzten Jahren sei sehr viel erreicht worden, darunter ein deutliches Wachstum von Exporten und Investitionsvolumina, die Einführung eines Doppelsteuerabkommens sowie die Gründung eines Landing Pads für australische Startups in Berlin (ein deutsches Pendant in Sydney soll bald folgen). Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Projekte geplant u.a. in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung und Forschung und sogar im Weinanbau. „Deutschland und Australien arbeiten als echte Partner zusammen“, so Cormann am Donnerstag in Berlin. Die Deutschen und die Australier teilen nicht nur dieselben Werte, sie würden in vielen politischen und gesellschaftlichen Fragen einfach ähnlich ticken.

“Es gibt kein Patentrezept“

Auch in Bezug auf das Thema Migration und Integration setzt Cormann weiterhin auf den offenen Dialog und den Austausch zwischen den beiden Ländern. „Das Thema Migration ist sowohl für Deutschland, als auch für Australien eine sehr komplexe Herausforderung“, so der Finanzminister. Australien verfolgt seit Jahren eine strikte Asylpolitik mit Ziel, Flüchtlingsboote bereits vor dem Festland zu stoppen und illegale Schlepperbanden zu bekämpfen. Für die Bewältigung von Flüchtlingsströmen wie im vergangenen Jahr gäbe es jedoch kein Patentrezept. Letztlich habe jedes Land andere Rahmenbedingungen und müsse selbst entscheiden, wie es mit den Herausforderungen umgehe. Für die Zukunft wünscht sich Mathias Cormann eine noch engere wirtschaftliche Kooperation zwischen Deutschland und Australien. Die Unterzeichnung eines Handelsabkommens zwischen Australien und der EU sei seiner Meinung nach ein notwendiger Schritt. Mathias Cormann ist sich sicher, dass die Eröffnung eines KAS-Büros in Australien dazu beitragen werde, Deutschland und Australien noch näher zusammenbringen. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit in der Zukunft“, so der Finanzminister abschließend.

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