Event Reports

Yalla Baby!

by Bastian Schroeder

Filmvorführung mit anschließender Diskussion

Der Dokumentarfilm "Yalla Baby" hat in den Palästinensischen Gebieten Premiere gefeiert.
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Bereits im Sommer 2016 unterstützte das Auslandsbüro Palästinensische Gebiete das Dialogprojekt „Young Oddities: Ein Film über Träume in Palästina und Deutschland“. Unter der Leitung von Victoria Schmidt (Hessisches Landestheater Marburg) und Alexander Peiler (Wuppertaler Bühnen) und in Kooperation mit dem „Cinema Jenin“ absolvierten deutsche und palästinensischen Jugendliche in der Stadt Dschenin, im Norden des Westjordanlandes, einen 10-tägigen Theaterworkshop. Dabei adaptierten sie das Märchen „Die kleine Laterne“ des palästinensischen Autors Ghassan Kanafani als Theaterstück. Ein Teil des Rahmenprogramms war der intensive Austausch unter den Jugendlichen über ihre Träume und Zukunftspläne. Die deutschen Teilnehmer hatten dadurch die Möglichkeit, die Lebenswirklichkeit in den Palästinensischen Gebieten aus erster Hand kennenzulernen.

Diesen Austausch haben Victoria Schmidt und Alexander Peiler (beide Regie) zusammen mit Mohammad Dasouqi (Kamera) und Mustafa Staiti (Ton) vom Cinema Jenin filmisch festgehalten. Daraus ist die Dokumentation „Yalla Baby!“ entstanden, die nun in den Palästinensischen Gebieten ihre Premiere gefeiert hat.

Vom 14. Bis zum 16. Februar 2018 hat das Auslandsbüro den Film in Ost-Jerusalem (Al Ma´mal Foundation for Contemporary Art), Ramallah (Khalil Sakakini Cultural Center) und Bethlehem (Dar al-Kalima University College) der Öffentlichkeit vorgestellt. Victoria Schmidt und Alexander Peiler waren eigens aus Deutschland angereist, um mit den Zuschauern über das Projekt und den Film zu diskutieren. Die Reaktionen des gemischten palästinensischen und internationalen Publikums waren überwiegend positiv. Vor allem die Initiative der Verantwortlichen, den Austausch zwischen Deutschland und Palästina trotz aller kulturellen Hindernisse bei der Umsetzung eines solchen Projekts zu fördern, wurde gewürdigt. Ebenso zeige der Film auf eine unaufgeregte Weise die Lebenswirklichkeit junger Palästinenser im Westjordanland. Kritik gab es hingegen vom Jerusalemer Publikum für die fehlende Stringenz bei der Komposition des Erzählfadens. In Ramallah sorgte eine Filmszene, bei der die Gruppe während eines Ausflugs nach Bethlehem in den so genannten C-Gebieten auf israelische Soldaten trifft für reichlich Gesprächsbedarf, auch innerhalb des Publikums.

Insgesamt kam an allen drei Spielorten eine lebhafte und konstruktive Diskussion zu Stande. Der Film wird in den nächsten Monaten auch in Deutschland und auf unterschiedlichen Filmfestivals zu sehen sein. Weitere Informationen dazu finden sie hier.