Was Linksextremisten lesen

Als missionierende „Weltverbesserer“ legen Linksextremisten großen Wert darauf, ihre Ansichten auf bedrucktem Papier zu verbreiten. Dabei haben ihre Zeitungen, Zeitschriften und Magazine eine doppelte Aufgabe: Sie sollen nicht nur für die Weltsicht und die Ziele ihrer Autoren und Herausgeber werben, sondern zumeist auch eigenen Anhängern Orientierung geben. Lenin brachte dies auf die klassische Formel, die Zeitung solle nicht nur „kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator“ sein.

Der Zusammenbruch des realen Sozialismus veränderte aber auch den linksextremistischen Blätterwald: Viele Publikationen gaben ihren Absolutheitsanspruch auf, die einzig richtige Linie zu vertreten und öffneten sich für Debatten mit anderen Linksextremisten, manchmal auch mit demokratischen Linken. Und mit Aufkommen des Internets erkannten sie die technischen Möglichkeiten dieses neuen Mediums. Die meisten Blätter existieren heute auch im Netz; wer neue Projekte anfängt, verlegt sich zumeist völlig auf die Installation eines Internet-Portals oder einer Homepage.

Unsere Übersicht erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein, will aber die wichtigsten Publikationen vorstellen, die von Linksextremisten gelesen werden. Dazu werden Einschätzungen zu Herkunft, ideologischer Ausrichtung, Themenschwerpunkten und Verbreitung getroffen, die naturgemäß nicht immer die Zustimmung der Herausgeber und Redaktionen finden werden.

Wir unterscheiden zwischen Publikationen mit einer Anbindung an Organisationen oder linksextreme Milieus, Autonomen-Blättern mit regionalem Bezug und schließlich Publikationen mit besonderer thematischer Ausrichtung. Die wichtigsten Portale unter den rund 1.000 Websites mit linksextremistischen Bezügen vorzustellen, wird einer Ausbaustufe dieses Portals vorbehalten bleiben.

Rudolf van Hüllen

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