New Economy

Der Begriff „New Economy“ („Neue Ökonomie“) ist nicht eindeutig definiert. Zuweilen wird er auch mit Begriffen wie Internet Economy, Network Economy, Digital Economy, E-Commerce oder Information Economy assoziiert. Gemeinsame Bestandteile aller Bezeichnungen sind neue Technologien, vor allem Informations- und Kommunikationstechnologien (IT) , sowie neues Wissen und Humankapital. Vereinfachend wird die New Economy zuweilen auch als der IT-Sektor einer Volkswirtschaft beschrieben.

Was ist neu an der New Economy? Relevant erscheinen folgende Elemente:

(1) IT als neue Technologie,

(2) Information als zunehmend wichtiges Produkt,

(3) erhöhte Produktions- und Wachstumssteigerungen aufgrund von (1) und (2).

In Bezug auf die IT kann festgestellt werden, dass sie zu ständig enger werdenden nationalen und internationalen Vernetzungen (Netzwerken) zwischen Menschen und Unternehmungen führt, innerhalb derer immer größere Datenmengen zu sinkenden Telekommunikationskosten bewegt werden. Hier entstehen Netzwerkeffekte, die dadurch charakterisiert sind, dass durch eine steigende Anzahl der am Netz Beteiligten der Nutzen jedes bereits Vernetzten erhöht wird. Was die Information als Produkt innerhalb der New Economy anbetrifft, so besteht das Neue wohl darin, dass durch die IT ein schnellerer und kostensparender Zugang zu ihr möglich ist, was die Produktion und Nutzung von Informationen stimuliert. Positiv daran ist, dass auch die Informationsverarbeitung im Allgemeinen verbessert wird. All dies – so wird vielfach gesagt – wirkt in einer Volkswirtschaft in der Weise, dass die Transparenz steigt und die Unsicherheiten abnehmen.

Produktivitäts- und Wachstumssteigerungen als Folge von IT sowie der Information als Produkt ergießen sich mehr oder weniger über alle Sektoren einer Volkswirtschaft. Deshalb wird die IT auch als Querschnittstechnologie bezeichnet. Wegen ihrer produktivitäts- und wachstumssteigernden Effekte wirkt diese Technologie national wie international wohlstandsfördernd.

Zu betonen ist, dass in der New Economy die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten, wie wir sie aus der „Old Economy“ kennen, keineswegs außer Kraft gesetzt werden. Vor allem die USA haben jedoch gezeigt, dass in der New Economy der Wachstumstrend steiler und die Wachstumsschwankungen geringer ausfallen können als in der Old Economy. Zudem sind gleichzeitig die Inflationsraten offensichtlich niedriger. Auch ist feststellbar, dass die Flexibilität der Anpassung der Wirtschaft an konjunkturelle Schwankungen und an den strukturellen Wandel größer ist und damit die Auslastung der Produktionskapazitäten einer Volkswirtschaft im Zeitablauf gleichmäßiger sein kann. Dies wirkt glättend auf den Konjunkturverlauf. Damit verringert sich auch die Notwendigkeit, geld- und fiskalpolitische Instrumente zur kurzfristigen Intervention in den Wirtschaftsablauf einzusetzen. Mit zunehmender Ausbreitung der Mechanismen der New Economy wird eine Volkswirtschaft ohne Zweifel wettbewerbsfähiger. Die Begriffe New Economy und Globalisierung haben viel gemein: Sie charakterisieren die Entwicklung moderner Volkswirtschaften hin zu dem, was wir Systemwettbewerb nennen.

Literaturhinweise

  • Freytag, A. (2000): Was ist wirklich neu an der New Economy?, in: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 49, Heft 3, S. 303-312;
  • Hüther, M. (2000): Neue Ökonomie: Abschied vom Konjunkturzyklus? – Befunde und Thesen, in: Volkswirtschaftliche Abteilung der DGZ DekaBank (Hrsg.) ,Konjunktur, Zinsen, Währungen, Frankfurt/ M., S. 8-13;
  • Stehr, N. (2000): Informationstechnologien, Wissen und der Arbeitsmarkt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.10.2000, S. 33.
Wolf Schäfer

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