Risikomanagement, soziales

Der Bereich der sozialen Sicherung wird in der Sozialpolitik herkömmlich von der konzeptionellen Unterscheidung zwischen Bismarck- und Beveridge-Systemen geprägt. Während Bismarck-Systeme bereits mit der Sozialgesetzgebung Reichskanzler Fürst Bismarcks des Jahres 1881 eingeführt worden sind und einkommensbezogen beitragsfinanzierte Sozialversicherungen gegen die Risiken durch Unfall, Krankheit, Altersarmut und Arbeitslosigkeit vorsehen, gehen Beveridge-Systeme auf den von William Beveridge 1942 vorgelegten Report zur Reform des britischen sozialen Sicherungssystems zurück und sehen steuerfinanzierte, oftmals pauschalierte Basisleistungen gegen Risikofolgen vor. Aufgrund dieser Orientierung am Grundsicherungsbedarf bedürfen Beveridge Systeme häufig einer Ergänzung durch privatfinanzierte Risikovorsorge. Sozialversicherungen sind dagegen aufgrund ihrer Orientierung am Arbeitseinkommen grundsätzlich auf den Erhalt des während der Erwerbsbiographie erreichten wirtschaftlichen und sozialen Status ausgerichtet. Für Personen, die keinen existenzsichernden Erwerbsstatus erreichen, ist hier deshalb ergänzend eine steuerfinanzierte Grundsicherung (wie etwa die Sozialhilfe) als staatliche Fürsorgeleistung notwendig.

Bereits seit etwa den 1980er Jahren zeigen sich Auflösungserscheinungen dieser konzeptionellen Dichotomie. Zum einen, weil mit dem Übergang zur postindustriellen Produktion die bisherige Standardisierung der Beschäftigungsbedingungen durch arbeits- und sozialrechtlich normierte Vollzeiterwerbstätigkeit zunehmend von vielgestaltigen Formen von Teilzeitarbeit, Zeitarbeit, Leiharbeit und andere atypische Beschäftigungsverhältnissen abgelöst wird. Dem Sozialstaat wird damit, soweit er sich als Sozialversicherungsstaat versteht, zunehmend das finanzielle Beitragsfundament entzogen. Zum anderen setzen die wachsende Staatsverschuldung in vielen Industrieländern und globaler Standortwettbewerb auch steuerfinanzierten Beveridge-Systemen enge Grenzen. Entwicklungs- und Schwellenländern sind oftmals zudem dadurch geprägt, dass unzureichende fiskalpolitische Effektivität zu einer chronischen Unterfinanzierung von Beveridge-Elementen innerhalb der sozialen Sicherung führt, wohingegen die häufig parallel bestehenden Sozialversicherungen aufgrund steckenbleibender Formalisierung der Beschäftigungsbedingungen nur einen geringen Deckungsgrad erreichen. International scheint sich seit einigen Jahren sogar eine wieder zunehmende Informalisierung der Erwerbstätigkeit auszubreiten.

Die Weltbank hat nicht zuletzt deshalb bereits im Jahr 2000 einen neuen konzeptionellen Ansatz für die soziale Sicherungspolitik präsentiert, der die Analyse von Humanrisiken in das Zentrum der Betrachtung stellt und für deren Bewältigung betriebswirtschaftliche Methoden allgemeinen Risikomanagements, wie etwa auch im Bank- oder Versicherungsgewerbe, anwendet.

Als Risiko werden dabei Ergebnisvariationen eines zukünftigen Ereignisses bezeichnet, denen (im Gegensatz zu einer Situation völliger Unsicherheit) Erfahrungswerte zugeordnet werden können. Während grundsätzlich sowohl positiv als auch negativ beurteilte Ergebnisvariationen möglich sind, geht es bei menschlichen Lebensrisiken (Humanrisiken) ausschließlich um Schadensrisiken, deren Eintritt Existenz bedrohende materielle und/oder immaterielle Konsequenzen haben kann und deren Struktur durch Ursache, Art sowie Eigenschaften des jeweiligen Risikos bestimmt wird.

Zu den für Humanrisiken relevanten Ursachen gehören zunächst die Bedrohung durch Naturrisiken, wie zum Beispiel Erd- und Seebeben, Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme sowie zum Beispiel aus Schadstoffemissionen, Bodendegradation, Übernutzung und aus der Klimaänderung resultierende ökologische Umweltrisiken. Die zweite Ursachengruppe betrifft Risiken, die den menschlichen Gesundheitszustand und Lebenszyklus betreffen. Gesundheitsrisiken können zum Beispiel aus Krankheit oder Unfall resultieren, aber ebenso als Folge schädlichen Lebensstils sowie von Fehl- oder Mangelernährung auftreten. Andere Risiken, wie Mutterschaft und Geburt, Scheidung, Alter, Pflegebedürftigkeit und Tod sind mit dem menschlichen Lebenszyklus verbunden. Zentrale Probleme sind hier, dass der Mensch in der Zeit seiner Noch-Nicht Erwerbsphase (Kindheit, Jugend, Ausbildung) auf die Vorsorge anderer angewiesen ist, dass er während der Erwerbsphase Vorsorge für sich selber und für andere tätigen muss und dass er in der Nicht-Mehr Erwerbsphase (Alter) wiederum auf die Vorsorge anderer angewiesen ist.

Die dritte Gruppe bilden Risiken, die indirekte, wie zum Beispiel Klimaänderungen, oder direkte Folge wirtschaftlicher, sozialer oder politischer menschlicher Aktivität sind. Wirtschaftliche Risiken entstehen häufig im (internen) Zusammenhang mit der eigenen Erwerbstätigkeit, indem Einkommens- oder Beschäftigungsverluste auftreten, aber auch als Folge von durch Währungs-, Finanz- oder Handelskrisen sowie Rezessionen ausgelösten externen Schocks. Auch das (eigentlich komplexere) Armutsrisiko wird zumeist den wirtschaftlichen Risiken zugeordnet.

Zu den sozialen Risiken gehören Benachteiligungen durch Diskriminierung und Marginalisierung (soziale Exklusion) ebenso wie aus Gewaltanwendung, Kriminalität und Terrorismus resultierende Bedrohungen. Schließlich sind noch die politischen Risiken zu erwähnen, die sich allgemein in Form schlechter Regierungsführung (bad governance) und entsprechender gesellschaftlicher Instabilität, aber auch als Korruption und Nepotismus äußern können.

Zweitens lassen sich Humanrisiken nach drei Arten differenzieren, (1.) ob in prinzipiell gleichartiger Weise alle Gesellschaftsmitglieder bedroht sind, wie dies bei universalen Risiken (Geburt und Tod) der Fall ist, oder (2.) ob bestimmte Bevölkerungsgruppen in exponierter Form betroffen sind, wie zum Beispiel bei abhängig Erwerbstätigen durch die kategorialen Risiken Arbeitslosigkeit oder Berufskrankheiten. Schließlich liegen (3.) inzidentale Risiken vor, wenn sich der Schadenseintritt auf ein bestimmtes Ereignis, wie zum Beispiel einen Unfall oder eine Infektion, zurückführen lässt und die Schadensfolgen nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden (Verletzungen, grippale Effekte).

Bei den Risikoeigenschaften als drittem Strukturbestandteil ist zunächst nach der Wahrscheinlichkeit und der Vorhersagbarkeit des Risikoeintritts zu unterscheiden, weil hierdurch die Möglichkeiten der Risikovorsorge ganz entscheidend bestimmt werden. Allgemein wird die Risikowahrscheinlichkeit zwar durch die Eintrittshäufigkeit bestimmt, doch sind auch häufig vorkommende Ereignisse, wie zum Beispiel Autounfälle, nicht immer hinreichend prognostizierbar. Humanrisiken, wie Geburt und Tod, sind in ihrem Eintreten zwar gewiss, während aber der Zeitpunkt einer Geburt relativ gut vorhergesagt werden kann, gilt dies für den Tod in der Regel nicht. Umgekehrt sind im Verlauf eines normalen Lebens zum Beispiel virale oder bakterielle Infektionen mit hoher Wahrscheinlichkeit und oftmals sogar wiederholt auftretende Risiken, deren Eintrittszeitpunkt aber trotzdem nicht vorhergesagt werden kann. Je höherer die Wahrscheinlichkeit ist, dass zum Beispiel eine Erkältungswelle im Herbst oder Frühjahr eintritt und je genauer sich der Zeitpunkt prognostizieren lässt, desto effizienter und effektiver lassen sich vorbeugende Maßnahmen gestalten. Bei selten auftretenden und schlecht prognostizierbaren Risiken ist das Verhältnis zwischen dem Aufwand einer möglichen Risikovorsorge und ihrem Ergebnis oftmals so ungünstig, das zum Beispiel für seltene schwere Krankheiten häufig keine Medikamente entwickelt werden, selbst wenn gravierende Schadensfolgen zu erwarten sind ("orphan drugs").

Eng damit verbunden ist die Korrelation zwischen Risikoereignissen. Allgemein wird zwischen unkorrelierten (ideosynkratischen) Ereignissen, die als Individualrisiko nur eine bestimmte Person betreffen, und verbundenen bzw. gebündelten (kovarianten) Risikoereignissen als universale oder kategoriale Kollektivrisiken unterschieden. Bei einem verbundenen Ereignis wird eine Personengruppe gleichzeitig vom Eintritt eines bestimmten Risikos betroffen (wie zum Beispiel bei einer Naturkatastrophe, Grippeepidemie oder einem Schiffsuntergang); bei einem gebündelten Ereignis wird eine Personengruppe vom gleichzeitigen Eintreten verschiedener Risiken betroffen, wie dies zum Beispiel 2001 bei dem Flugzeugattentat auf das World Trade Center der Fall gewesen ist.

Als weitere und vor allem ökonomisch relevante Risikoeigenschaften sind noch das Wirkungs- sowie das Schadensausmaß zu erwähnen. Beim Wirkungsausmaß (extent of impact) wird nach der Zeitdauer der Risikofolgen (vorübergehende Erkältung <> chronische Erkrankung), dem Umfang der personellen Betroffenheit (Einzelfall <> Pandemie) und dem risikoartenbezogenen Ausmaß (z. B. wirtschaftliche und gesundheitliche Folgen) des Ereignisses unterschieden (extension in time, in scale, in scope). Das Schadensausmaß (extent of loss) eines Risikoeintritts kann allgemein nach der Schwere (severity) sowie den Konsequenzen (intensity) von Risikofolgen bemessen werden. Derartige Konsequenzen können zeitlich begrenzt sein oder zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen. So kann das Eintreten von Natur- oder Umweltrisiken zum Beispiel sowohl zu relativ leicht ausgleichbaren saisonalen Ernteausfällen führen als auch dazu, dass Anbauflächen landwirtschaftlich irreversibel teilweise oder überhaupt nicht mehr genutzt werden können. In der folgenden Übersicht sind die verschiedenen Dimensionen der Risikostruktur noch einmal zusammen gestellt.

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Die privat und/oder öffentlich eingesetzten Mittel und Methoden zur Beeinflussung erwarteter oder eingetretener Folgen von Humanrisiken werden im Folgenden als soziales Risikomanagement (SRM) bezeichnet. Eine SRM-Strategie beschreibt dabei allgemein, ob überhaupt und, wenn ja, wie Gesellschaften sowohl in formaler als auch in informaler Weise gemeinschaftlich mit bestimmten Humanrisiken umgehen, um ihre Mitglieder entweder vorbeugend zu schützen (proaktives SRM) oder um unvorhergesehen eingetretene Risikofolgen reagierend auszugleichen (reaktives SRM). Dabei werden Sicherungsverfahren angewendet, die sowohl strukturell, zum Beispiel durch Institutionen sozialer Sicherung, als auch prozedural durch Definition von Handlungsoptionen für den Umgang mit bestimmten Risiken wirksam sind. Die inhaltliche und funktionale Gestaltung von SRM-Strategien wird dabei ganz wesentlich durch die vorangehend dargestellte Risikostruktur bestimmt, also aus der Kombination von Ursache, Art und Eigenschaft des jeweiligen Humanrisikos.

Vorbeugendes (proaktives) SRM setzt voraus, dass ein Risiko strukturell und in seinen möglichen Folgen bekannt ist und kann dann im günstigsten Fall bewirken, dass dieses Risiko überhaupt nicht eintritt, wie zum Beispiel bei einer Impfung gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Gegenüber vielen Risiken und insbesondere, wenn sie mit dem Lebenszyklus verbunden sind, wird eine solche Vermeidungsstrategie (exclusion) aber zumeist nicht möglich sein, so dass nur Verminderungsstrategien eingesetzt werden können, um die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos zu senken (reduction), seine erwarteten Eintrittsfolgen zu begrenzen (mitigation) und schließlich um materielle bzw. immaterielle Hilfen für potenziell Betroffene vorzusehen (alleviation). So könnte zum Beispiel ein Blitzableiter das Brandrisiko durch Blitzeinschlag reduzieren, die Verwendung feuerfester Baumaterialen die Brandfolgen begrenzen und schließlich eine Brandschutzversicherung die materiellen Folgen lindern.

Weitere vorbeugende Maßnahmen könnten darin bestehen, zu erwartende Schadensfolgen ganz oder teilweise auf andere Risikoträger zu übertragen bzw. mit ihnen zu teilen (diversification). Diversifikationsstrategien können zum Beispiel durch Abschluss einer Schadensversicherung, den Beitritt zu einem Hilfeverein auf Gegenseitigkeit oder zu anderen Formen kooperativer Vorsorge geschehen. Während es bei Risk-Pooling Strategien darum geht, die kalkulierbaren Folgen eines bestimmten Risikoeintritts durch Herstellen einer größeren Grundgesamtheit von potenziell gleichartig Betroffenen solidarisch leichter beherrschbar zu machen, gehen Risk-Sharing Strategien den umgekehrten Weg, indem Gemeinschaft mit Personen gesucht wird, die von anderen als den eigenen Risiken bedroht sind. Beispielhaft hierfür sind Hilfegemeinschaften zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern und - natürlich - der "Generationenvertrag" zwischen Eltern und ihren Kindern. Andere Sharing-Strategien bestehen darin, familiale, freundschaftliche oder auch nur gutnachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen, um so durch die Akkumulation sozialen Kapitals im Notfall auf die Hilfe anderer vertrauen zu können.

Während Pooling Strategien, wie der Abschluss einer Versicherung, in der Regel nur genau definierte Leistungen für bestimmte Schadensfolgen eines bestimmten Risikos vorsehen, liegt der generelle Vorteil von Sharing Strategien darin, dass sie an prinzipiell unbestimmte Reziprozitätserwartungen geknüpft sind und somit allgemeinen Schutz vor Risikofolgen bieten, wobei zudem häufig keine genaue Entsprechung von Leistung und Gegenleistung vorausgesetzt wird. Ihr Nachteil besteht darin, dass Sharing Leistungen weder nach Höhe und Dauer festgelegt sind und dass zumeist keine oder doch nur sehr begrenzte rechtliche Durchsetzungsfähigkeit von Sicherungsansprüchen besteht.

Schließlich sind noch Strategien wählbar, die darauf gerichtet sind, die eigene Resilienz, d.h. das zur Verfügung stehende Potenzial zur Bewältigung eines erwarteten Risikoeintritts zu stärken. So zum Beispiel entweder finanziell durch Vorsorgesparen für das Alter oder auch indem durch gesunde Lebensführung oder medizinische Früherkennungsmaßnahmen bestimmten Gesundheitsrisiken vorgebeugt wird, für die eine genetische oder erworbene Prädisposition besteht.

Im Gegensatz zum vorbeugenden, proaktiven SRM liegt reagierendes, reaktives SRM vor, wenn keine Vorsorge betrieben worden ist, weil die Bedrohung durch das Risiko (exposure to risk) nicht allgemein be kannt war bzw. erkannt worden ist (Beispiele Tsunami, Finanzmarktkrise). Reaktives SRM beinhaltet somit mehr oder weniger spontane Reaktionsstrategien, um einem unerwarteten Risikoeintritt zu begegnen. Diese können in Form von Coping- oder Retention-Maßnahmen erfolgen. Coping bezeichnet Ad-hoc Reaktionen zur spontanen Risikobekämpfung, wenn zum Beispiel ein brennender Adventskranz mit zufällig bereitstehendem Wein gelöscht wird. Retention bezeichnet dagegen die allgemeine Fähigkeit, Folgen eines nicht erwarteten Risikoeintritts bewältigen zu können, indem zum Beispiel Ersparnisse für ein Eigenheim aufgelöst oder Vermögensgegenstände verkauft oder verpfändet werden, um Folgen eines unvorhergesehenen Beschäftigungsverlustes finanziell überbrücken zu können. Auch ein hohes Niveau an allgemeiner oder beruflicher Bildung führt nicht nur vorbeugend zu einer größeren Resilienz gegenüber dem Risiko von Arbeitsplatzverlusten, sondern stärkt auch die Fähigkeit zur Retention, indem zum Beispiel auf bislang nicht genutzte Kenntnisse und Qualifikationen zurückgegriffen werden kann, um neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu erschließen.

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Insgesamt bestehen die Vorteile der neuen Sichtweise durch soziales Risikomanagement gegenüber herkömmlicher sozialer Sicherungspolitik darin, dass durch die klare Unterscheidung zwischen vorbeugenden und reagierenden Maßnahmen die Bedeutung der Risikoprävention stärker hervorgehoben wird. Damit verschiebt sich die Sichtweise vom traditionellen Sicherungsauftrag des Sozialstaates von einer vornehmlich auf den Risikoeintritt reagierenden hin zu einer Politik der Früherkennung und die Selbsthilfekräfte stärker aktivierenden Rolle. Zugleich wird dafür ein breites Handlungsspektrum aufgefächert, bei dem zunächst die eigenverantwortliche Risikovorsorge und erst subsidiär der Staat im Zentrum stehen.

Dies wird zum einen bei der Unterscheidung verschiedener Handlungsebenen der Risikovorsorge deutlich, indem zwischen der auf der Mikroebene selber zu leistenden Individualvorsorge, der auf der Mesoebene angesiedelten Gruppenvorsorge durch Anwendung des Versicherungsprinzips sowie der auf dem Versorgungs- und Fürsorgeprinzip basierenden Staatsvorsorge der Makroebene unterschieden wird. Diese funktionale Aufgabentrennung wird durch eine Risikoanalyse unterstützt, um Humanrisiken frühzeitig zu identifizieren, ihre möglichen Schadensfolgen zu bewerten (identification and assessment) sowie Maßnahmen zur Steuerung und Bewältigung der erwarteten Risikoabläufe zu entwickeln und einzusetzen (response and control). Schließlich sind die Ergebnisse des SRM insgesamt zu bewerten (review and evaluation), so dass eine ständige methodische Überprüfung und Verbesserung stattfindet. Das Ziel dieser Vorgehensweise besteht darin, durch Leistungsvergleiche (benchmark setting) bestgeeignete Lösungen (best practice) zu finden, die dann künftig allgemein angewendet werden können, wie dies gegenwärtig bereits zum Beispiel für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen innerhalb der Europäischen Union und der OECD, aber auch darüber hinaus bei der Konstruktion von Systemen der Alterssicherung sowie Gesundheits- und Bildungssystemen (Beispiel PISA-Studien) stattfindet.

Literaturhinweise

  • Holzmann, R., Jǿrgensen, S. (2000): Social Risk Management: A new conceptual framework for Social Protection and beyond. Social Protection Discussion Paper No. 0006. The World Bank, Washington, D.C., USA.
  • Holzmann, R.; Sherburne-Benz, L.; Tesliuc, E. (2003): Social Risk Management. The World Bank’s Approach to Social Protection in a Globalizing World. Social Protection Department. The World Bank, Washington, D.C., USA.
  • Rösner, H. J. (2008): Risikomanagement für arme ländliche Bevölkerungsgruppen, in: Ders. (Hrsg.): Risikomanagement durch genossenschaftliche Selbsthilfe in Entwicklungsländern, ZfgG-Sonderheft, S. 17-41.
Hans Jürgen Rösner

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