Notas de acontecimientos

Die Welt in Bewegung :: Migration betrifft uns alle

de David Brähler

After Office zu kulturellen Perspektiven der Migrationsbewegung

Die Bilder von hunderttausenden Kriegsflüchtlingen aus Syrien auf ihrem Weg nach Mitteleuropa haben auch in Südamerika Eindruck gemacht. Junge Nachwuchspolitiker diskutierten deshalb in Montevideo die Auswirkungen globaler Migrationsbewegungen mit Wolfgang Maier, stellvertretendem Hauptabteilungsleiter der Europäischen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Mit Blick auf das vergangene Jahr könne er Kanzlerin Angela Merkels Entscheidung zur Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge nachvollziehen. Dieser gewaltige Veränderungsprozess, der seitdem eingesetzt habe, rufe natürlich ernstzunehmende Bedenken und Sorgen hervor, die sich auch innerhalb der Union aus CDU und CSU widerspiegelten. Der damalige Schritt sei in der Hoffnung auf eine allgemeine europäische Solidarität hin erfolgt. Die größte Enttäuschung liege, so Maier, darin, dass die östlichen Nachbarn sich bisher standhaft weigerten Flüchtlinge aufzunehmen. Ihre Länder seien größtenteils durch Gelder westlicher Solidarität aufgebaut worden und heute zeigten sie selbst keinerlei Solidarität mit Bedürftigen.

Ein globalerer Blick zeige, wie stark die langfristigen Megatrends unsere Zeit prägten. „Mobilität, Digitalisierung und Globalisierung setzen Menschen weltweit in Bewegung“, so Maier. Bereits heute gebe es in Afrika Millionen junger Menschen, die aufgrund der Perspektivlosigkeit vor Ort praktisch auf gepackten Koffern Richtung Europa säßen. Noch deutlicher werde das Problem, wenn man bedenke, die Wachstumsprognose der afrikanischen Bevölkerung bis 2100 bei vier Milliarden liege. Die Reperkussionen dieses demographischen Wandels würden auch in Lateinamerika spürbar werden, meinte Maier.

Die verschließenden und nationalistischen Tendenzen der letzten Zeit, sei es AfD, Trump oder Le Pen seien deshalb keine Lösung für die Zukunft. Die Weltgemeinschaft als Ganzes müsse nach Antworten auf diese drängenden Fragen suchen. Maier nannte etwa das Gedankenexperiment einer starken Wirtschaftszone im Norden Afrikas, um einen wirtschaftlich interessanten Partner für Europa und eine lebenswerte Zukunft für Migranten zu suchen.

Die knapp 25 jungen Politiker der Partido Nacional, die zum Gespräch mit Maier gekommen waren, fragten vor allem nach der politischen Situation in Deutschland vor dem Wahljahr 2017. Ihr Respekt vor Angela Merkel drückte sich in dem Wunsch nach einer erneuten Legislaturperiode unter CDU-Führung aus.

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