Notas de acontecimientos

Fortschritte und Herausforderungen für Frauen in der Politik

Nach der Einführung von Gesetz N° 18476 zur gleichwertigen Teilhabe beider Geschlechter an politischen Ämtern steht für Uruguay eine kritische Auswertung der erzielten Fortschritte und bleibenden Herausforderungen an.

“Die gleichwertige Teilhabe von Frauen in der Politik kann die Zukunft Uruguays verändern“, sagte Grysel Pereyra, Abgeordnete des Partido Nacional am Donnerstagabend beim Workshop „Fortschritte und Herausforderungen für Frauen in der Politik.“

Sie erklärte, dass es Uruguay bereits 1938 als erstem Land Lateinamerikas gelungen war, ein uneingeschränktes Frauenwahlrecht einzuführen. Bereits vier Jahre später zogen einige wenige weibliche Abgeordneten ins Parlament ein. Seitdem ist viel geschehen in Uruguay. Im Vergleich zu anderen Ländern der Region gilt die Demokratie Uruguays als die stabilste der ganzen Region. Im Hinblick auf die Repräsentation beider Geschlechter im Parlament steht das Land seinen Nachbarn jedoch um einiges nach. Im internationalen Vergleich liegt Uruguay bei der Repräsentation von Frauen im Parlament von 143 Ländern weltweit auf Platz 80. In Lateinamerika auf Platz 12 von 18. So sitzen in Uruguay heute zwar immerhin schon 8 (29%) Frauen im Senat; von 99 Abgeordneten sind jedoch nur 15 Frauen (14,1%). Somit sitzen im Parlament von 130 Abgeordneten lediglich 23 Frauen. Mit 17,7 Prozent reicht dieser Wert bei weitem nicht an die lateinamerikanischen Spitzenreiter wie Kuba mit 48,9 Prozent, Bolivien mit 48 Prozent oder Argentinien mit 36,2 Prozent heran.

Um die Teilhabe von Frauen, die immerhin 52 Prozent der uruguayischen Bevölkerung ausmachen, zu verbessern, gab es in der jüngeren Vergangenheit einige Gesetzesänderungen. Mit dem Gesetz Nummer 18.104 wurden 2007 Frauen und Männer offiziell rechtlich gleichgestellt. Dieses Gesetz sollte vor allem Chancengleichheit für Frauen garantieren. Im Jahr 2009 folgte eine weitere bedeutende Gesetzesänderung: das Gesetz zur Integration von Frauen in nationale und regionale Organe und in die Führungsebene von Parteien, Gesetz Nr. 18.476.

„Wir müssen das Maximum fordern um das Minimum zu erreichen.“

Referentin Grysel Pereyra bewertete die Auswirkungen dieses Gesetzes weitgehend positiv. Die Kritik, dass Frauen so mit weniger Leistungsaufwand als ihre männlichen Kollegen ins Amt gelangen würden, lehnte sie ab. Stattdessen machte sie eindeutig klar, dass „die gleichwertige Teilhabe der unbedingt nötige Türöffner ist, damit Frauen überhaupt die Möglichkeit erhalten, politische Ämter zu bekleiden“. Nichtsdestotrotz betonte sie die immer noch immensen Herausforderungen die auch in Zukunft auf Frauen in der Politik zukommen werden. „Wir haben zwar Fortschritte gemacht, sind aber noch lange nicht am Ziel“. Die Gesetze trügen zwar dazu bei, die Repräsentation zu fördern, würden jedoch nach wie vor nicht angemessen befolgt. Es sei deshalb nach wie vor ein weiter Weg und die Arbeit an der Implementierung weiterer Gesetze, oder zumindest der angemessenen Einhaltung der bisherigen, sei bereits fortgeschritten. „Wir müssen das Maximum fordern um das Minimum zu erreichen.“

Aber auch innerhalb der Parteien setzen sich Politikerinnen für den Ausbau ihrer Rechte ein. Beatriz Argimón, Vorsitzende der Parteiorganisation Josefa Oribe, erklärte, dass selbst im Partido Nacional, einer der ältesten Parteien der Welt, trotz 180-jährigem Bestehen noch lange keine demokratischen Verhältnisse erreicht worden seien. "Wir sprechen hierbei von Demokratie!", betont Argimón, die sich für Frauenrechte in Uruguay einsetzt. Wenn der Partido Nacional in Uruguay das Ziel habe, die nächste Regierung zu bilden, dann müsse man als gutes Beispiel voran gehen und Frauen auch in die internen Strukturen der Partei stärker integrieren. Dabei dürfe die Quote nicht nur auf dem Papier erfüllt sein, sondern es müsse ein tatsächliches Gleichgewicht bestehen. Nur so sei eine echte demokratische Repräsentation zu garantieren.

Gonzalo Baroni, der Präsident der Jugend des Partido Nacional, knüpfte an dieses Thema an und kritisierte vor allem die Haltung vieler Männer, die bei Gender-Themen tendenziell eher Desinteresse zeigten. "Wir legen die Zukunft des Landes in die Hände von männlichen Politikern, die unserer Kinder vertrauen wir aber bevorzugt weiblichen Betreuerinnen an." Die Gesellschaft tendiere dazu, die Leistung der Frauen weniger als solche wahrzunehmen. Die Quote habe der Gesellschaft geholfen zu wachsen und die Demokratie ein wenig zu verbessern. Dennoch werde ein essentieller Wandel in der Einstellung vermutlich erst in der nächsten Generation realisierbar sein: Einer Generation, die mit einem weniger tradierten Rollenverständnis aufgewachsen ist, die von zwei berufstätigen Elternteilen erzogen worden ist und für die die Gleichstellung von Mann und Frau bereits in vielen Sektoren zum Alltag gehört. Das Essentielle sei für ihn die Zusammenarbeit von Frauen und Männern. „Wir werden Uruguay verbessern können und unterstützen deshalb die Chancengleichheit der Geschlechter.“

Alexa Lenz

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