Notas de acontecimientos

Politische Perspektiven 2016 :: Uruguay und Argentinien

Forum

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Montevideo und Centro para la Apertura y Desarrollo (CADAL) organisierten in Punta del Este das lateinamerikanische Forum zu dem Thema „Politische Perspektiven 2016: Uruguay und Argentinien“.

Die politischen Perspektiven 2015 in Argentinien analysierte Carlos Fara, Direktor des Exekutivbeirates von CADAL.

Carlos FARA ist Spezialist für politische Kampagnen, Kommunikationsstrategien und Regierungsmarketing. Er hat 2010 den Aristoteles Exzellenzpreis für seine herausragenden Leistungen und die Unterstützung bei den Wahlen in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, gewonnen. Außerdem ist er in das „Dream Team" des Jahres integriert, das sich aus den 10 weltweit besten politischen Beratern und Kampagnenmanagern zusammensetzt. Überdies hat er für seine 2010er Kampagne zur Regierungskommunikation für die Region Mar del Plata in Argentinien den Eikon Preis in Gold gewonnen. Er ist Co-Autor des Handbuchs‚ Marketing und Strategien für eine gute politische Kommunikation’, das die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien herausgegeben hat. Fara ist Mitglied der Vereinigung politischer Berater in Lateinamerika.

Nelson Fernández ist Journalist, spezialisiert auf Politik und Wirtschaft. Er ist außerdem Universitätsprofessor und Analyst für internationale Politik. Seit 2000 ist er Korrespondent der argentinischen Zeitung La Nación (Buenos Aires) in Uruguay und Direktor des Fernsehsenders „NSTV - Nuevo Siglo”. Es schreibt für die Zeitung El Observador in Montevideo und für die spanische Website Infolatam.

Seit 2014 leitet er den Informationsservice „LEAD/NEWS”. Er gab Workshops an der Columbia University New York und University of Miami und arbeitete mit der Stiftung Nuevo Periodismo Iberoamericano. Außerdem lehrte an der Universität Católica y Universidad ORT in Uruguay und publizierte drei Bücher über Politik und Wirtschaft: „Wer ist wer in der Regierung der Linken” (2004), „Verdammte Krise!” (2008) und „Wer ist wer in der Regierung Mujicas” (2010).

Das Event moderierte der Präsident von CADAL, Gabriel C. Salvia, in der Anwesenheit von Bernabé García Hamilton, dem Sekretär der Institution.

Fara analysierte zu Beginn seines Vortrags den Wahlsieg Mauricio Macris, der mit nur 2, 6 Prozentpunkten die argentinischen Präsidentschaftswahlen im Dezember 2015 gewonnen hat. Knapp die Hälfte der Wähler war mit der Regierungsführung Cristina Kirchners recht zufrieden, 58 Prozent aber wünschten sich einen Wechsel.

Indes: Nur 20 Prozent forderten einen radikalen Wechsel. Die Gesellschaft wollte zwar Änderungen in der Wirtschaft, jedoch nicht um 180, sondern eher um 90 Grad, gewünscht waren eher weniger Korruption und stärkere demokratische Institutionen. Außerdem wünschen sich viele eine bürgernahe Politik. Den autoritären und abgehobenen Regierungsstil von Cristina Kirchner waren die meisten leid.

Als Stärken und Chancen der neuen Regierung erwähnte Fara die Freigabe des Devisenhandels und die Möglichkeiten einer neutraleren, objektiveren Presse. Als Gefahr definierte er die Proteste derjenigen, die ihre Ämter abgeben mussten und nun auf der Straße versuchen werden, ihre Interessen durchzusetzen. Aber auch das gegenwärtige und für eine neue Regierung durchaus typische Improvisation im politischen Tagesgeschäft oder die oberflächliche mediale Darstellung von Gesten, die wirkliche inhaltliche Arbeit überwiegen, erkennt der Politikberater als Hindernisse auf dem Weg der neuen Regierung an.

Zukünftig stellen sich unter anderem folgende Fragen: Wie wird die Regierungsfähigkeit gewährleistet? Was passiert mit dem Peronismus? Wie werden sich die mächtigen Gewerkschaften verhalten? Welche Rolle wird der einstige Gegenkandidat Sergio Massa von der Frente Renovador einnehmen? Was passiert mit Ex-Präsidentin Cristina Kirchner?

Aus Sicht der argentinischen Gesellschaft lassen sich durchaus positive Perspektiven erkennen. Die Argentinier blicken wohlgestimmt in die Zukunft und auf ihren neuen Präsidenten Mauricio Macri. Sie sind sich bewusst, dass es eine Serie von wirtschaftlichen Fehlentscheidungen gab, die jetzt wieder ausgeglichen werden müssen. Das gefällt natürlich nicht jedem am Rio de la Plata, doch erkennt man dort die langfristigen Vorteile.

Es ist der Beginn eines Prozesses des Verständnisses und der Entschärfung politischer Spannungen. Das zeigte auch das Treffen zwischen dem argentinischem Präsidenten Macri und dem uruguayischen Präsidenten Tabaré Vásquez. Eine der größten Veränderungen seit dem Amtsantritt von Macri ist sicherlich die internationale Neuausrichtung und vor allem auch der Dialog mit den Nachbarländern.

Eine deutliche Entspannung verdeutlichten mehrere symbolische Gesten, Vereinbarungen und Regeln zur Benutzung des Hafens von Montevideo, der in der Geschichte eine Serie an Konflikten hervorgerufen hatte. Die argentinische und uruguayische Wirtschaft sind sehr eng miteinander verbunden. Geht es einer gut, geht es auch der anderen gut, und geht es einer schlecht, geht es auch der anderen schlecht.

Die Veranstaltung zeigte, dass diese neue Etappe durchaus positive Perspektiven für Argentinien und Uruguay bereithält.

Compartir